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HDDs

Eine geöffnete Festplatte mit sichtbaren Magnetscheiben Foto: Nick auf Unsplash

Kurz: “Hard Disk Drives” — klassische Festplatten, die Daten magnetisch auf rotierenden Metallscheiben speichern.

Genauer: HDDs sind pro Gigabyte deutlich günstiger als SSDs, aber wegen der mechanischen Bauweise (rotierende Scheiben, beweglicher Lesekopf) langsamer, lauter und empfindlicher gegen Stöße. Sie werden heute vor allem für große, günstige Speicherkapazitäten (Backups, Archive) eingesetzt, während SSDs als Systemlaufwerk dominieren.

Im Detail

Wie eine HDD physikalisch funktioniert

Eine HDD speichert Daten, indem winzige Bereiche einer sich schnell drehenden, magnetisch beschichteten Metallscheibe (Platter) unterschiedlich magnetisiert werden — ein beweglicher Schreib-/Lesekopf schwebt dabei auf einem hauchdünnen Luftpolster nur wenige Nanometer über der Oberfläche, ohne sie zu berühren. Diese mechanische Präzisionsarbeit ist der Hauptgrund für die im Vergleich zu SSDs deutlich höhere Zugriffszeit: Bevor Daten gelesen werden können, müssen sich Platter und Kopf erst zur richtigen Position bewegen (Suchzeit/Latenz), während eine SSD ohne bewegliche Teile praktisch verzögerungsfrei auf jede beliebige Speicherzelle zugreifen kann. Die Drehgeschwindigkeit der Platter (gemessen in Umdrehungen pro Minute, RPM — typisch 5.400 oder 7.200 RPM bei Consumer-HDDs, teils über 10.000 RPM bei Server-HDDs) beeinflusst dabei direkt sowohl Geschwindigkeit als auch Geräuschentwicklung.

Warum HDDs trotz SSDs relevant bleiben

Trotz des Geschwindigkeitsnachteils bleiben HDDs in bestimmten Einsatzbereichen relevant: Bei sehr großen Kapazitäten (mehrere Terabyte, aktuell bis über 20 TB pro Laufwerk) sind sie pro Gigabyte weiterhin deutlich günstiger als vergleichbare SSDs, was sie ideal für Archive, Backups oder Massenspeicher macht, bei denen es weniger auf Geschwindigkeit als auf Kapazität pro Euro ankommt. Rechenzentren nutzen deshalb bis heute große HDD-Arrays für Kaltdaten-Speicherung, während schnell benötigte Daten auf SSDs liegen.

Nachteile und mechanische Anfälligkeit

Nachteile sind neben der Geschwindigkeit auch die mechanische Anfälligkeit (Stöße im Betrieb können den Lese-/Schreibkopf beschädigen oder die Platter zerkratzen, was zu dauerhaftem Datenverlust führt) sowie eine hörbare Betriebsgeräuschentwicklung (Drehgeräusch der Platter, Klicken des Schreib-/Lesekopfs bei Positionierung), die bei SSDs komplett entfällt. Auch der Stromverbrauch im Leerlauf ist bei HDDs tendenziell höher, da die Platter permanent in Drehung gehalten werden müssen.

Datenrettung bei HDD-Ausfall

Ein Vorteil bei Datenverlust: Eine defekte HDD lässt sich unter bestimmten Umständen von spezialisierten Datenrettungsfirmen physisch repariert oder die Platter in ein baugleiches Ersatzgehäuse umgesetzt werden, um noch an die Daten zu kommen — bei einer defekten SSD ist das wegen der komplexeren, feiner integrierten Elektronik oft deutlich schwieriger oder unmöglich.

Siehe auch: SSDs, Festplatten, Archive