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Archive

Kurz: Eine oder mehrere Dateien, die zu einer einzigen Datei zusammengefasst wurden — meist zusätzlich komprimiert (siehe Komprimieren).

Genauer: Formate wie ZIP oder 7-Zip bündeln viele Dateien in ein Archiv, was Transport und Speicherung vereinfacht. Nicht zu verwechseln mit Archivierung — dem längerfristigen, organisierten Aufbewahren von (oft archivierten) Daten.

Im Detail

Bündeln vs. Komprimieren

Ein Archiv-Format kann zwei unterschiedliche Dinge tun, die oft kombiniert werden, aber technisch getrennte Schritte sind: bündeln (mehrere Dateien/Ordner in eine einzige Datei zusammenfassen, unter Beibehaltung der Ordnerstruktur, Berechtigungen und Zeitstempel) und komprimieren (die Dateigröße reduzieren, siehe Komprimieren). Das klassische Unix-Tool tar (“Tape Archive”, ursprünglich für Magnetbänder entwickelt) etwa bündelt nur, ohne selbst zu komprimieren — daher die verbreitete Kombination .tar.gz, bei der tar bündelt und gzip anschließend komprimiert:

# Archiv erstellen (c=create, z=gzip, f=Dateiname)
tar -czf projekt.tar.gz ./projekt/
 
# Archiv wieder entpacken (x=extract)
tar -xzf projekt.tar.gz

ZIP und 7-Zip machen beides in einem Schritt (bündeln UND komprimieren), was sie für Windows-Nutzer bequemer macht, aber weniger flexibel als die Unix-typische Zwei-Schritt-Trennung — bei tar lässt sich z. B. dasselbe Bündel wahlweise mit gzip, bzip2 oder xz komprimieren, je nach gewünschtem Kompromiss zwischen Geschwindigkeit und Kompressionsrate.

Praktischer Nutzen

Archive spielen eine zentrale Rolle bei Backups und Software-Verteilung: Statt hunderte Einzeldateien zu übertragen, wird eine einzelne Archivdatei kopiert, was sowohl die Übertragung robuster macht (ein Abbruch betrifft nicht einzelne Dateien mittendrin, sondern lässt sich als Ganzes wiederholen) als auch Metadaten wie Dateiberechtigungen und Zeitstempel konsistent erhält — wichtig z. B. bei Unix-Systemen, wo Ausführungsrechte einzelner Dateien sonst beim Kopieren verloren gehen könnten. Auch Software-Pakete (z. B. .jar-Dateien für Java, .whl-Dateien für Python) sind im Kern nichts anderes als ZIP-Archive mit spezifischer interner Struktur und einer anderen Dateiendung.

Abgrenzung zur Archivierung

Nicht zu verwechseln mit Archivierung — dem längerfristigen, organisierten Aufbewahren von (oft archivierten) Daten, z. B. aus rechtlichen Aufbewahrungspflichten. Ein Archiv im technischen Sinn (die Datei) kann Teil einer Archivierungsstrategie (der Prozess) sein, ist aber nicht dasselbe — man kann Dateien auch ohne jemals ein .zip/.tar zu erstellen archivieren (z. B. einfach in einem separaten, schreibgeschützten Ordner ablegen).

Integritätsprüfung

Viele Archivformate speichern zusätzlich Prüfsummen (z. B. CRC32) für jede enthaltene Datei — beim Entpacken wird automatisch geprüft, ob die extrahierten Daten noch mit der Prüfsumme übereinstimmen, was Übertragungsfehler oder beschädigte Downloads zuverlässig erkennt, bevor man mit fehlerhaften Dateien weiterarbeitet. Bei sehr wichtigen Archiven (z. B. Backups) lohnt sich zusätzlich eine externe Prüfsumme der gesamten Archivdatei selbst (etwa per sha256sum), um auch eine unbemerkte Beschädigung des Archivs als Ganzes zu erkennen.

Siehe auch: Archivierung, ZIP, 7-Zip