Bootloader
Kurz: Der Bootloader ist das kleine Programm, das die Firmware nach dem Selbsttest startet und das dann den Betriebssystem-Kern in den Arbeitsspeicher lädt und startet.
Genauer: Die Firmware kann Dateien nur grob lesen und ist nicht dafür gedacht, ein ganzes Betriebssystem zu laden. Deshalb übernimmt der Bootloader: Er findet den Kern, lädt ihn samt Startparametern und übergibt die Kontrolle.
Im Detail
| System | Bootloader |
|---|---|
| Windows | Windows Boot Manager (bootmgfw.efi) und Winload (winload.efi) |
| Linux | GRUB, systemd-boot, rEFInd |
| macOS | boot.efi (iBoot auf Apple Silicon) |
| Android | Bootloader des Herstellers (oft gesperrt) |
- Mehrere Systeme (Dual Boot): Der Bootloader zeigt ein Menü und startet das gewählte System.
- Standorte: Bei UEFI liegt er als
.efi-Datei in der EFI-Systempartition, bei Legacy im MBR plus aktiver Partition. - Aufgaben: Kern laden, Initial-RAM-Disk bereitstellen, Kommandozeilen-Parameter übergeben, Wiederherstellungsoptionen anbieten, Prüfsignaturen kontrollieren (Secure Boot).
- Probleme: „Operating system not found”, „BOOTMGR is missing”, „No bootable device” deuten auf beschädigte Startdateien, falsche Bootreihenfolge oder fehlende Partition hin. Reparatur:
bootrec /fixmbr,bootrec /rebuildbcd(Windows),grub-install(Linux). - Sicherheit: Ein manipulierter Bootloader ist ein gefährlicher Angriffspunkt (Bootkits). Secure Boot und Verschlüsselung (BitLocker) mindern das Risiko.
- Android/iOS: „Bootloader entsperren” erlaubt eigene Systeme, löscht aber Daten und kann Garantie und Banking-Apps beeinflussen.
Siehe auch: Bootvorgang eines Windows-11-Computers, EFI-Systempartition und Systempartition, Boot-Dateien