Secure Boot
Kurz: Secure Boot ist eine UEFI-Funktion, die beim Start nur Software zulässt, die digital signiert und als vertrauenswürdig bekannt ist. Das verhindert, dass Schadcode (Bootkits) sich vor dem Betriebssystem einnistet.
Genauer: Die Firmware prüft vor jedem Startschritt die Signatur des nächsten Programms: Bootloader, Betriebssystem-Kern, Firmware-Treiber. Fehlt die Signatur oder wurde die Datei verändert, wird der Start verweigert.
Im Detail
Vertrauenskette (Chain of Trust):
UEFI-Firmware ──prüft──► Bootloader ──prüft──► Betriebssystem-Kern ──prüft──► Treiber
(Schlüssel in der Firmware: PK, KEK, db, dbx)
- Schlüsseldatenbanken:
PK(Platform Key, Besitzer),KEK(Key Exchange Keys),db(erlaubte Signaturen),dbx(gesperrte Signaturen/Hashes). - Wer signiert: Microsoft signiert Windows und einen Shim-Lader, mit dem viele Linux-Distributionen (Ubuntu, Fedora) starten. Eigene Schlüssel kann man einbringen (MOK).
- Windows 11: Verlangt Secure Boot (zusammen mit UEFI und TPM 2.0).
- Nutzen: Schützt gegen Bootkits und manipulierte Bootloader, die ein Passwort oder die Festplattenverschlüsselung aushebeln wollen.
- Grenzen: Schützt nicht vor Schadsoftware, die erst im laufenden System startet, und nicht vor Fehlern in signierten Treibern. Gesperrte Signaturen müssen per Update in
dbxnachgetragen werden (zum Beispiel nach der BlackLotus-Lücke). - Ausschalten: Im UEFI-Menü möglich, nötig etwa für unsignierte Treiber oder manche Linux-Varianten. Dabei verliert man den Schutz.
- Status prüfen (Windows):
msinfo32→ „Sicherer Startzustand”. - Secure Boot ≠ Verschlüsselung: Es schützt die Integrität des Starts, nicht die Daten. Dafür gibt es BitLocker.
Siehe auch: UEFI, Bootloader, BitLocker, TPM und TPM 2.0