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Bootvorgang eines Windows-11-Computers

Kurz: Vom Einschalten bis zur Anmeldung läuft eine feste Kette ab: Netzteil und Hauptplatine starten, die UEFI-Firmware prüft die Hardware (POST), lädt den Bootloader, dieser den Windows-Kern, dann starten Treiber, Dienste und zuletzt die Anmeldung.

Genauer: Jede Stufe prüft und startet die nächste. Wer die Reihenfolge kennt, findet Startprobleme viel schneller, weil sich je nach Fehlerbild eine Stufe eingrenzen lässt.

Im Detail

  1. Strom: Das Netzteil (PSU) liefert Spannung. Hat es stabile Werte erreicht, sendet es das Power-Good-Signal. Erst dann darf die CPU starten.
  2. CPU-Initialisierung: Die CPU setzt sich zurück und springt an die feste Startadresse der Firmware.
  3. UEFI-Firmware läuft: Sie lädt Einstellungen aus dem NVRAM (CMOS-Daten), initialisiert Speicher, Chipsatz und Grundgeräte.
  4. POST (Power-On Self-Test): Selbsttest von CPU, RAM, Grafik, Tastatur. Fehler zeigen sich durch Pieptöne, LEDs oder Fehlercodes.
  5. Secure Boot und TPM: Signaturen werden geprüft, Messwerte im TPM festgehalten.
  6. Bootgerät und Bootloader: Die Firmware sucht in der Bootreihenfolge die EFI-Systempartition (GPT) und startet den Windows Boot Manager (bootmgfw.efi).
  7. Boot-Manager: Liest die Startkonfiguration (BCD), zeigt bei Bedarf ein Menü, lädt winload.efi.
  8. Kernel-Start: winload.efi lädt den Kern (ntoskrnl.exe), die Hardware-Abstraktionsschicht, die Registry-Struktur (SYSTEM) und die Start-Treiber. Ist BitLocker aktiv, wird das Laufwerk hier mit dem Schlüssel aus dem TPM entsperrt.
  9. Kernel-Initialisierung: Prozessverwaltung, Speicherverwaltung, weitere Treiber, der Sitzungs-Manager (smss.exe).
  10. Systemdienste: wininit.exe, Dienste-Steuerung, Sicherheits-Subsystem (lsass.exe), Treiber für alle Geräte.
  11. Anmeldung: winlogon.exe zeigt den Anmeldebildschirm (Passwort, PIN, Windows Hello). Nach Anmeldung startet die Benutzeroberfläche (explorer.exe) und die Autostart-Programme.
  • Fast Startup: Windows speichert beim Herunterfahren den Kernel-Zustand (Hibernation-Datei) und stellt ihn beim nächsten Start wieder her. Das verkürzt Schritt 7 bis 10.
  • Fehlersuche: Kein Bild und Piepen → Hardware/POST. „No bootable device” → Bootreihenfolge, Partition, Bootloader. Blauer Bildschirm beim Laden → Treiber oder Kern. Hängt bei der Anmeldung → Dienste, Profil.

Siehe auch: POST (Power-On Self-Test), Bootloader, Cold Boot, Warm Boot und Fast Boot