Bootfähigen USB-Stick erstellen: Rufus, Etcher und Ventoy
Kurz: Ein Stick, von dem ein Computer starten kann, um ein Betriebssystem zu installieren oder auszuprobieren; ein bloßes Kopieren der ISO-Datei reicht dafür nicht.
Genauer: Eine ISO-Datei ist ein Abbild einer Installations-CD/DVD. Damit ein Rechner davon startet, muss der Stick mit passenden Boot-Strukturen beschrieben werden. Spezielle Programme übernehmen das. Alle Daten auf dem Stick gehen dabei verloren.
Im Detail
Rufus (Windows)
Ein kleines Programm für Windows. ISO wählen, Stick wählen, Partitionsschema GPT für UEFI-Rechner (MBR für sehr alte Systeme) einstellen und starten. Rufus kann Windows-Installationsmedien mit Anpassungen erstellen, etwa ohne Online-Konto-Zwang oder mit Umgehung der TPM-Anforderung bei Windows 11.
balenaEtcher (Windows, macOS, Linux)
Sehr einfach: Abbild, Ziel, „Flash“, mit anschließender Prüfung. Gut für Linux-ISOs, wenn man nichts einstellen möchte. Unter Linux erledigt das auch dd: sudo dd if=abbild.iso of=/dev/sdX bs=4M status=progress conv=fsync. Vorsicht: Gibt man das falsche Ziellaufwerk an, werden dessen Daten überschrieben.
Ventoy: ein Stick, viele ISOs
Ventoy wird einmal auf den Stick installiert. Danach kopiert man beliebig viele ISO-Dateien (Linux, Windows, Rettungssysteme) einfach auf den Stick, und beim Start erscheint ein Menü zur Auswahl. Der Rest des Sticks bleibt als normales Laufwerk nutzbar. Praktisch für IT-Techniker und zum Ausprobieren verschiedener Distributionen.
Tipps und Fehlersuche
Vor dem Schreiben die Prüfsumme (SHA-256) der ISO mit der offiziellen Angabe vergleichen, um Fehler und Manipulation auszuschließen. Beim Start das Bootmenü öffnen (häufig F12, F10, Esc oder F8) und den Stick wählen. Wird er nicht angezeigt: im UEFI Secure Boot prüfen, anderen USB-Port (besser USB 2.0) probieren oder anderes Schema (GPT/MBR). Für Windows-Medien ist das offizielle Media Creation Tool ebenfalls möglich.
Siehe auch: Dual-Boot, Linux ausprobieren, Bootvorgang, ISO