Dual-Boot: Zwei Betriebssysteme auf einem Rechner
Kurz: Auf einem Computer sind zwei Betriebssysteme (zum Beispiel Windows und Linux) installiert, und beim Start wählt man, welches geladen wird.
Genauer: Beim Dual-Boot teilen sich die Systeme dieselbe Hardware, aber nicht gleichzeitig: Man startet entweder das eine oder das andere. Jedes erhält eigene Partitionen. Ein Bootloader (zum Beispiel GRUB oder der Windows Boot Manager) zeigt beim Einschalten ein Menü. Das ist leistungsfähiger als eine virtuelle Maschine, weil das System direkten Zugriff auf Prozessor, Grafikkarte und Speicher hat.
Im Detail
Vorbereitung
- Sicherung aller wichtigen Daten (Fehler beim Partitionieren können alles löschen).
- In Windows Schnellstart ausschalten und bei BitLocker-Verschlüsselung den Wiederherstellungsschlüssel notieren.
- Unter Datenträgerverwaltung die Windows-Partition verkleinern, um unzugewiesenen Platz zu schaffen (mindestens etwa 30 bis 50 GB für Linux).
- Einen Installationsstick der Linux-Distribution erstellen.
Installation
Vom Stick starten (Bootmenü, meist F12, Esc oder F2). Im Installationsprogramm die Option „Neben Windows installieren“ wählen oder manuell Partitionen im freien Platz anlegen (Wurzel /, optional /home und Swap). Der EFI-Systempartition wird ein Eintrag hinzugefügt. Windows nicht zuerst neu installieren, wenn Linux schon da ist, denn Windows überschreibt den Bootloader meist.
Bootloader und Probleme
GRUB erkennt Windows meist automatisch (os-prober). Sieht man nach einem Windows-Update nur Windows, hilft ein Neustart von einem Linux-Stick und sudo update-grub oder der Eintrag im UEFI-Menü. Secure Boot wird von den großen Distributionen unterstützt. Ungewohnt: Windows speichert die Hardware-Uhr in Ortszeit, Linux in UTC; der Zeitversatz lässt sich mit timedatectl set-local-rtc 1 beheben.
Dateien teilen und Alternativen
Linux liest die NTFS-Partition von Windows, umgekehrt braucht Windows Zusatzsoftware für ext4. Eine gemeinsame Datenpartition mit exFAT oder NTFS erleichtert den Austausch. Wer nur ausprobieren will, nutzt einen Live-Stick, WSL (Linux unter Windows) oder eine virtuelle Maschine. Auf einer eigenen zweiten Festplatte bleibt Windows unberührt, das ist die sicherste Dual-Boot-Variante.
Siehe auch: Linux ausprobieren, Bootvorgang, NTFS, FAT32 und exFAT, BitLocker