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ISO

Kurz: Im IT-Alltag meist zweierlei gemeint: die International Organization for Standardization (Normungsorganisation) oder eine ISO-Datei — ein 1:1-Abbild des Inhalts einer optischen Disc (CD/DVD).

Genauer: Als Dateiformat wird eine .iso-Datei häufig genutzt, um Installationsmedien (z. B. für Betriebssysteme) zu verteilen, ohne physische Discs zu brauchen — sie lässt sich direkt mounten oder auf einen USB-Stick “brennen”. Als Organisation steht ISO hinter zahllosen technischen Normen, z. B. dem OSI-Modell (ISO/IEC 7498).

Im Detail

ISO als Dateiformat

Eine ISO-Datei ist ein exaktes Byte-für-Byte-Abbild (“Image”) einer optischen Disc — nicht nur die enthaltenen Dateien, sondern auch das komplette Dateisystem und die Verzeichnisstruktur, wie sie auf einer physischen CD/DVD läge (meist im ISO-9660-Dateisystemformat, daher der Name). Moderne Betriebssysteme können ISO-Dateien direkt “mounten” (als virtuelles Laufwerk einbinden, ohne sie erst auf echtes Medium zu brennen — Windows unterstützt das seit Windows 8 nativ per Doppelklick), oder mit Tools wie Rufus/balenaEtcher auf einen bootfähigen USB-Stick übertragen — heute der übliche Weg, um z. B. ein neues Windows oder Linux zu installieren, da optische Laufwerke aus modernen Rechnern fast vollständig verschwunden sind.

ISO als Normungsorganisation

Als Normungsorganisation vergibt die International Organization for Standardization Standards mit fortlaufenden Nummern in praktisch jedem technischen Bereich:

  • Papierformate: ISO 216 (definiert die DIN-A-Reihe, also A4, A5 usw.).
  • Qualitätsmanagement: ISO 9001, ein weitverbreiteter Zertifizierungsstandard für Unternehmensprozesse.
  • Netzwerkarchitektur: das OSI-Modell (ISO/IEC 7498).
  • Informationssicherheit: ISO/IEC 27001, ein verbreiteter Standard für Informationssicherheits-Managementsysteme.
  • Zeitformat: ISO 8601, das international standardisierte Datumsformat (JJJJ-MM-TT), das Mehrdeutigkeiten zwischen regionalen Datumsformaten (US: Monat/Tag/Jahr vs. europäisch: Tag/Monat/Jahr) eliminiert.

Namensherkunft

Der Name selbst ist bewusst kein wörtliches Akronym der englischen, französischen oder anderen Sprachversion des vollen Namens (was in jeder Sprache anders abgekürzt würde), sondern bewusst vom griechischen “isos” (gleich, gleichwertig) abgeleitet — passend zum Ziel der Organisation, in allen Mitgliedsländern gleiche, einheitliche Standards zu etablieren, und sprachneutral in jeder Sprache identisch verwendbar zu bleiben.

ISO-Zertifizierung für Unternehmen

Über Software hinaus lassen sich ganze Unternehmen nach ISO-Standards zertifizieren — z. B. ISO 27001 für Informationssicherheits-Managementsysteme, ein bei Kunden und Geschäftspartnern zunehmend nachgefragter Nachweis, dass ein Unternehmen strukturierte Prozesse für Datenschutz und IT-Sicherheit etabliert hat. Die Zertifizierung erfolgt durch unabhängige, akkreditierte Prüfstellen und muss regelmäßig erneuert werden, um gültig zu bleiben.

Siehe auch: OSI-Modell, Windows, Linux