Server
Bild: Zuzanna K. Filutowska, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons
Kurz: Ein Computer (oder Programm), der Ressourcen oder Dienste für andere Geräte (Clients) im Netzwerk bereitstellt — z. B. Webseiten, Dateien oder Datenbankzugriffe.
Genauer: Serverhardware ist meist auf Dauerbetrieb, Redundanz und hohen Durchsatz statt auf einzelne Nutzererfahrung ausgelegt (ECC-RAM, redundante Netzteile, Server-CPUs mit vielen Kernen). “Server” bezeichnet sowohl die physische Maschine als auch die darauf laufende Software (z. B. ein Webserver-Prozess).
Im Detail
Serverhardware unterscheidet sich von normaler Desktop-Hardware primär in ihrer Auslegung auf Zuverlässigkeit und Dauerbetrieb statt auf maximale Einzelnutzer-Erfahrung: ECC-RAM (Error-Correcting Code) erkennt und korrigiert automatisch einzelne Speicherfehler, die bei normalem RAM unbemerkt zu fehlerhaften Berechnungen führen könnten — bei einem 24/7 laufenden System mit riesigen Speichermengen summieren sich solche seltenen Bitfehler statistisch zu einem realen Risiko. Redundante Netzteile (mehrfach vorhanden, sodass der Ausfall eines einzelnen den Betrieb nicht unterbricht) und Server-CPUs mit besonders vielen Kernen für parallele Anfragenverarbeitung runden das Bild ab.
Wichtig ist die Doppelbedeutung des Begriffs: “Server” bezeichnet sowohl die physische Maschine (Server-Hardware in einem Rechenzentrum) als auch die darauf laufende Software-Rolle (ein “Webserver”-Prozess, der HTTP-Anfragen beantwortet) — eine einzelne physische Servermaschine kann dabei gleichzeitig mehrere Server-Software-Prozesse für unterschiedliche Dienste ausführen (Webserver, Datenbankserver, Mailserver). Umgekehrt lässt sich ein einzelner Software-Dienst auch über viele physische Maschinen verteilen (Server-Cluster), um Ausfallsicherheit und Kapazität zu erhöhen, was aus Sicht eines Clients trotzdem wie ein einzelner Server wirkt.
Server-Formfaktoren im Rechenzentrum
In einem professionellen Rechenzentrum stehen Server nicht wie Desktop-PCs einzeln herum, sondern werden als flache, standardisierte “Rack-Server” (gemessen in Höheneinheiten “U”, z. B. 1U, 2U, 4U) in 19-Zoll-Serverschränke eingeschoben — dadurch lassen sich auf kleiner Fläche viele Maschinen dicht stapeln, mit gemeinsamer Stromversorgung, Kühlung und Verkabelung. Eine noch dichtere Alternative sind Blade-Server, bei denen mehrere dünne Servermodule ein gemeinsames Gehäuse mit geteiltem Netzteil und Kühlung nutzen.
Virtualisierung: ein physischer Server, viele “Server”
Ein einzelner physischer Server lässt sich per Virtualisierung in mehrere voneinander isolierte virtuelle Maschinen aufteilen, von denen jede sich wie ein eigenständiger Server verhält (eigenes Betriebssystem, eigene IP-Adresse, eigene Ressourcenzuteilung) — aus Nutzersicht nicht von einem physisch eigenständigen Server zu unterscheiden. Cloud-Anbieter nutzen dieses Prinzip in großem Maßstab, um die Hardware-Auslastung ihrer physischen Server zu maximieren und Kunden flexibel genau die Kapazität zuzuweisen, die sie gerade benötigen.