PHP
Kurz: Eine serverseitige Skriptsprache, ursprünglich speziell für die Webentwicklung entwickelt — läuft klassisch auf dem Server und erzeugt HTML, das an den Browser geschickt wird.
Genauer: PHP-Code wird direkt in HTML-Dateien eingebettet (<?php ... ?>) und bei jedem Seitenaufruf vom Server interpretiert. Es ist die Basis vieler weitverbreiteter Systeme (WordPress, viele klassische Webshops) und läuft auf praktisch jedem Webhosting-Angebot ohne zusätzliche Einrichtung.
Im Detail
<html>
<body>
<?php
$name = "Welt";
echo "Hallo, " . $name;
?>
</body>
</html>PHPs ursprüngliches Modell war bewusst simpel: eine .php-Datei mischt HTML und eingebetteten PHP-Code, der Server führt bei jedem Aufruf die PHP-Teile aus und schickt das Ergebnis-HTML an den Browser — kein separater Build-Schritt, keine komplexe Infrastruktur nötig, einfach die Datei auf einen Webserver mit PHP-Unterstützung legen. Diese niedrige Einstiegshürde machte PHP in den 2000er-Jahren zur dominierenden Sprache für dynamische Websites.
Trotz gelegentlicher Kritik an historischen Design-Entscheidungen (uneinheitliche Standardbibliothek-Namenskonventionen, lockere Typumwandlung in älteren Versionen) betreibt PHP bis heute einen enormen Anteil des Webs — allein WordPress läuft auf einem großen Teil aller Websites weltweit. Moderne PHP-Frameworks (z. B. Laravel, Symfony) und PHP 8+ haben viele der historischen Schwächen adressiert und bringen moderne Sprachfeatures (Typisierung, bessere Fehlerbehandlung) mit.
Geschichte und Namensursprung
PHP wurde 1994 von Rasmus Lerdorf zunächst als einfache Sammlung von Perl-Skripten zur Verwaltung seiner persönlichen Homepage entwickelt — der Name stand ursprünglich für “Personal Home Page Tools”, heute wird er rekursiv als “PHP: Hypertext Preprocessor” gedeutet. Diese pragmatische, aus konkretem Bedarf gewachsene Entstehungsgeschichte prägt die Sprache bis heute: PHP wurde nie nach einem strengen akademischen Sprachdesign-Konzept entworfen, sondern organisch um praktische Webentwicklungs-Anforderungen herum gewachsen, was einerseits die niedrige Einstiegshürde erklärt, andererseits die häufig kritisierten Inkonsistenzen in der Standardbibliothek.
Das Anfrage-Antwort-Modell
Ein grundlegender Unterschied zu Node.js-basierten Systemen (wie Next.js) ist das Ausführungsmodell: Ein klassischer PHP-Server startet bei jedem eingehenden HTTP-Request einen komplett neuen Prozess (bzw. Thread), der die Datei von Anfang bis Ende ausführt und danach seinen kompletten Zustand verwirft — es gibt standardmäßig keinen persistenten Anwendungszustand zwischen Requests, jeder Request beginnt “bei null”. Das vereinfacht viele Aspekte (kein Speicherleck kann sich über Requests hinweg aufbauen, ein abstürzender Request beeinflusst keine anderen), erfordert aber für zustandsbehaftete Daten explizit externe Speicher wie Sessions, Datenbanken oder Caches — anders als bei einem dauerhaft laufenden Node.js-Prozess, der Zustand direkt im Arbeitsspeicher zwischen Requests halten kann.
PHP heute
Moderne PHP-Versionen (PHP 8.0+) haben viele Kritikpunkte der Vergangenheit adressiert: striktere Typisierung (optional, aber verfügbar), ein Just-in-Time-Compiler für bessere Performance, verbesserte Fehlerbehandlung mit klareren Exceptions statt stiller Fehler, und moderne Sprachfeatures wie Enums und Readonly-Properties. Zusammen mit ausgereiften Frameworks wie Laravel bleibt PHP für viele Teams eine produktive, gut dokumentierte Wahl für klassische serverseitig gerenderte Webanwendungen, auch wenn moderne JavaScript/TypeScript-Frameworks im Bereich hochinteraktiver Single-Page-Anwendungen inzwischen dominieren.