Standardabweichung und Streuung
Kurz: Die Standardabweichung misst, wie stark Werte typischerweise um ihren Mittelwert streuen. Eine kleine Standardabweichung heißt: Werte liegen eng beieinander.
Genauer: Zwei Datensätze können denselben Mittelwert haben und sich stark unterscheiden: 49, 50, 51 gegenüber 0, 50, 100. Erst die Streuung zeigt den Unterschied.
Im Detail
- Berechnung: Abweichungen jedes Werts vom Mittelwert quadrieren, mitteln (Varianz), Wurzel ziehen. Bei Stichproben teilt man durch n−1 statt n.
- Einheit: Die Standardabweichung hat dieselbe Einheit wie die Daten, die Varianz das Quadrat davon.
- Normalverteilung: Etwa 68 % der Werte liegen innerhalb einer Standardabweichung um den Mittelwert, 95 % innerhalb von zwei, 99,7 % innerhalb von drei (Normalverteilung).
- Andere Maße: Spannweite (Maximum minus Minimum), Interquartilsabstand (robuster gegen Ausreißer), Variationskoeffizient (Streuung relativ zum Mittelwert).
- Anwendungen: Messgenauigkeit, Qualitätskontrolle (Six Sigma), Risiko in der Geldanlage (Volatilität), Messwerte in Experimenten, Normalisierung von Daten in der KI.
- Fallstrick: Bei schiefen Verteilungen oder Ausreißern sagt die Standardabweichung wenig. Dann besser Quartile.
Siehe auch: Mittelwert, Median und Modus