Organspendeausweis und Entscheidung
Kurz: Der Organspendeausweis dokumentiert die eigene Entscheidung zur Organ- und Gewebespende nach dem Tod. In Deutschland gilt die Entscheidungslösung, bei der jeder selbst aktiv zustimmen oder widersprechen muss.
Genauer: Ohne dokumentierte Entscheidung müssen Angehörige im Todesfall stellvertretend entscheiden, oft in einer sehr belastenden Situation.
Im Detail
- Entscheidungslösung: Im Gegensatz zur Widerspruchslösung in manchen Ländern wird in Deutschland keine Zustimmung automatisch angenommen.
- Ausweis ausfüllen: Der Organspendeausweis kann formlos handschriftlich oder mit vorgedruckten Formularen ausgefüllt werden.
- Teilweise Zustimmung: Man kann die Spende auf bestimmte Organe oder Gewebe beschränken oder komplett ablehnen.
- Widerruf möglich: Die Entscheidung kann jederzeit formlos geändert oder zurückgenommen werden.
- Aufbewahrung: Der Ausweis sollte stets bei sich getragen werden, etwa im Portemonnaie, damit er im Notfall gefunden wird.
- Hirntod-Diagnostik: Eine Organentnahme ist erst nach zweifelsfrei festgestelltem Hirntod durch unabhängige Ärzte zulässig.
- Gespräch mit Angehörigen: Die eigene Entscheidung mit der Familie zu besprechen entlastet sie im Ernstfall erheblich (patientenverfuegung-und-vorsorgevollmacht, testament-und-gesetzliche-erbfolge).