Zahlungsziel, Skonto und Vorkasse: Sicher bezahlt werden
Kurz: Mit klaren Zahlungsbedingungen, Anzahlung oder Vorkasse und rechtzeitigem Mahnen sinkt das Risiko, dass Kunden nicht oder zu spät zahlen.
Genauer: Viele kleine Betriebe leiden weniger an fehlenden Aufträgen als an spät zahlenden Kunden. Ein klarer Umgang mit Zahlungsbedingungen schützt die Liquidität. Dies ist allgemeine Information und keine Rechts- oder Steuerberatung; Regeln und Fristen ändern sich, prüfe sie bei Finanzamt, IHK oder Steuerberatung.
Im Detail
Zahlungsbedingungen
- Zahlungsziel: Frist, bis zu der gezahlt sein muss, zum Beispiel „zahlbar innerhalb von 14 Tagen ohne Abzug“. Ohne Angabe gilt: Fälligkeit bei Rechnungserhalt, Verzug spätestens 30 Tage nach Fälligkeit und Rechnungszugang.
- Skonto: Preisnachlass bei schneller Zahlung („2 % Skonto bei Zahlung in 7 Tagen“). Rechne durch, ob es sich lohnt.
- Anzahlung / Abschlagszahlung bei größeren Aufträgen.
- Vorkasse bei Einzelanfertigungen und neuen Kunden.
- Zahlungsarten: Überweisung, SEPA-Lastschrift, PayPal, Karte, Bar. Beachte Gebühren.
Wenn nicht gezahlt wird
- Zahlungserinnerung freundlich nach Fristablauf.
- Mahnung (erste, zweite) mit neuer Frist; mit der Mahnung kommt der Kunde in der Regel in Verzug.
- Verzugszinsen und Pauschale (40 Euro bei Geschäftskunden) können verlangt werden.
- Mahnbescheid (Online-Antrag beim Mahngericht) und, wenn nötig, Vollstreckung.
- Kleine Beträge: Kosten und Aufwand abwägen. Inkassounternehmen verlangen Gebühren. Bleibe sachlich, dokumentiere alles und setze klare Fristen.
Vorbeugen
- Zahlungsbedingungen vorher schriftlich vereinbaren (Angebot, Auftragsbestätigung).
- Bei neuen Kunden Bonität prüfen (Auskunft, Erfahrung) und kleine Schritte machen.
- Rechnung zügig nach Leistung stellen, Pflichtangaben korrekt (sonst kann der Kunde die Zahlung verzögern).
- Offene Posten wöchentlich prüfen.
- Bei Warenverkauf: Eigentumsvorbehalt und Versand erst nach Zahlungseingang.
- Privatkunden bei Minderjährigen als Verkäufer: Rechtsgültigkeit und Haftung klären, Eltern einbeziehen.
Hinweise
Verzugszinsen gegenüber Verbrauchern liegen bei 5 Prozentpunkten, gegenüber Unternehmen bei 9 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz. Die Verzugspauschale von 40 Euro gilt nur zwischen Unternehmen. Bei Streit über die Leistung hilft oft ein Gespräch, bevor man mahnt.
Siehe auch: Verzugszinsen und Mahnung, Rechnungen schreiben, Angebot schreiben, Zahlungsdienste für Minderjährige