Laktoseintoleranz und Milchallergie: Der Unterschied
Kurz: Laktoseintoleranz ist eine Verdauungsstörung durch fehlendes Enzym, Milchallergie eine Abwehrreaktion auf Milcheiweiß; beide verlangen unterschiedlichen Umgang.
Genauer: Beschwerden nach Milch können zwei sehr unterschiedliche Ursachen haben. Wichtig ist die richtige Diagnose durch eine Ärztin oder einen Arzt, statt sich selbst zu behandeln. Dies ist allgemeine Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Beschwerden, Erkrankungen, Schwangerschaft oder Medikamenteneinnahme frage Ärztin, Arzt oder Apotheke.
Im Detail
Laktoseintoleranz
Der Körper bildet zu wenig des Enzyms Laktase, das Milchzucker (Laktose) spaltet. Unverdaute Laktose gelangt in den Dickdarm und wird von Bakterien vergärt: Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall, Völlegefühl, meist 30 Minuten bis 2 Stunden nach dem Konsum. Sie ist keine Allergie, nicht lebensgefährlich, und viele Betroffene vertragen kleine Mengen (zum Beispiel ein Schuss Milch im Kaffee). Sie ist weltweit häufig und verstärkt sich im Erwachsenenalter oft.
Milchallergie
Das Immunsystem reagiert auf Milcheiweiß (Casein, Molkenproteine). Symptome: Hautausschlag, Schwellungen, Atemnot, Erbrechen, im schlimmsten Fall Anaphylaxie (lebensbedrohlich). Sie tritt vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern auf, verschwindet oft später. Dann müssen alle Milchbestandteile konsequent gemieden werden, nicht nur Laktose; laktosefreie Milch hilft nicht, denn sie enthält das Eiweiß weiterhin. Milch ist eines der 14 Hauptallergene, die auf Verpackungen hervorgehoben werden.
Diagnose
Bei Verdacht Arzt aufsuchen: Wasserstoff-Atemtest, Ernährungs- und Symptomtagebuch, bei Allergie Haut- und Bluttests, Provokation unter ärztlicher Aufsicht. Zöliakie, Reizdarm und andere Ursachen müssen ausgeschlossen werden. Eigene Auslassdiäten ohne Rücksprache können Nährstoffe fehlen lassen und die Diagnose erschweren.
Alltag
Bei Laktoseintoleranz: laktosefreie Produkte (mit zugesetzter Laktase), Hartkäse und Joghurt sind oft verträglicher, Laktase-Tabletten, Pflanzendrinks (Hafer, Soja, Mandel) mit Calciumanreicherung. Auf Zutatenlisten achten: Laktose steckt in Brot, Wurst, Soßen und Fertiggerichten. Bei Allergie: Hinweise wie „Kann Spuren von Milch enthalten“ ernst nehmen, Notfallplan und gegebenenfalls Notfallset. Achte auf ausreichend Calcium und Vitamin D.
Siehe auch: Die 14 Hauptallergene, Ballaststoffe und Eiweiß, Nährwerttabelle lesen, Vegan und vegetarisch kennzeichnen