Bildschirm
Kurz: Die Anzeigefläche eines Geräts, auf der grafische Inhalte dargestellt werden — als eigenständiges Gerät (Monitor) oder fest verbaut, z. B. bei Laptops und Smartphones.
Genauer: Gängige Technologien sind LCD (mit Hintergrundbeleuchtung) und OLED (jedes Pixel leuchtet selbst, dadurch echtes Schwarz und hoher Kontrast). Kenngrößen sind u. a. Auflösung, Bilddiagonale und Bildwiederholrate.
Im Detail
Kenngrößen: Auflösung, Diagonale, Pixeldichte
Die Bildqualität eines Bildschirms hängt von mehreren, teils unabhängigen Kenngrößen ab: Die Auflösung (z. B. 1920×1080 “Full HD”, 2560×1440 “QHD”, 3840×2160 “4K/UHD”) gibt die Anzahl der Bildpunkte an, die Bilddiagonale (in Zoll) die physische Größe — dieselbe Auflösung wirkt auf einem kleinen Bildschirm schärfer als auf einem großen, da sich die Pixel dichter zusammendrängen (Pixeldichte, gemessen in PPI, Pixel pro Zoll). Ein 4K-Bildschirm mit 27 Zoll wirkt dadurch deutlich schärfer als ein 4K-Fernseher mit 65 Zoll, obwohl beide dieselbe Pixelanzahl haben.
Bildwiederholrate
Die Bildwiederholrate (Refresh Rate, z. B. 60 Hz, 144 Hz, 240 Hz) gibt an, wie oft pro Sekunde ein neues Bild aufgebaut wird — wichtig für die wahrgenommene Flüssigkeit von Bewegungen, etwa bei Spielen, schnellem Scrollen oder Mauszeigerbewegungen. Höhere Bildwiederholraten reduzieren zudem die wahrgenommene Eingabeverzögerung (Latenz) zwischen Mausbewegung und sichtbarer Reaktion auf dem Bildschirm, was besonders bei kompetitiven Spielen relevant ist. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sowohl Grafikkarte als auch das jeweilige Programm überhaupt so viele Bilder pro Sekunde (FPS) liefern können — ein 240-Hz-Bildschirm bringt keinen Vorteil, wenn die Grafikkarte nur 60 Bilder pro Sekunde berechnet.
LCD vs. OLED
Bei der Panel-Technologie stehen sich LCD und OLED gegenüber: LCD-Panels benötigen eine separate Hintergrundbeleuchtung, die durch eine Flüssigkristallschicht hindurchscheint — echtes Schwarz ist dabei kaum möglich, da die Beleuchtung nie ganz abgeschaltet wird (moderne “Mini-LED”-LCDs mildern das durch sehr viele einzeln dimmbare Beleuchtungszonen ab, erreichen aber nicht die Perfektion von OLED). OLED-Panels bestehen dagegen aus selbstleuchtenden Pixeln, die sich einzeln komplett abschalten lassen, was zu sehr hohem Kontrast und tiefem Schwarz führt, allerdings mit dem Risiko von “Einbrennen” (dauerhafte Verfärbung durch ungleichmäßige Alterung) bei über lange Zeit statischen Bildinhalten wie Taskleisten oder Senderlogos.
Synchronisation
Technologien wie V-Sync/Sync sorgen dafür, dass die Bildausgabe der Grafikkarte und die Bildwiederholrate des Bildschirms synchron laufen, um Bildfehler wie “Tearing” zu vermeiden — dabei werden in einem einzigen angezeigten Bild Teile von zwei unterschiedlichen, zeitlich versetzten Frames sichtbar, weil Grafikkarte und Bildschirm unsynchronisiert arbeiten. Moderne adaptive Verfahren wie AMD FreeSync oder Nvidia G-Sync passen die Bildwiederholrate des Bildschirms dynamisch an die tatsächlich gelieferte Bildrate der Grafikkarte an, statt starr auf eine feste Rate zu synchronisieren.
Farbraum und HDR
Neben Auflösung und Bildwiederholrate bestimmt der abgedeckte Farbraum (z. B. sRGB, das erweiterte DCI-P3 oder Adobe RGB), wie viele unterschiedliche Farben ein Bildschirm überhaupt darstellen kann — ein Bildschirm mit begrenzter Farbraumabdeckung zeigt satte Farben (z. B. kräftiges Rot oder Grün) blasser, als sie im Originalmaterial vorgesehen sind. HDR (High Dynamic Range) erweitert zusätzlich den Kontrastumfang zwischen dunkelsten und hellsten darstellbaren Bildbereichen gleichzeitig, was besonders bei Szenen mit sehr hellen Lichtquellen neben sehr dunklen Schatten (z. B. Sonne durch Wolken) einen deutlich natürlicheren Eindruck erzeugt als klassisches SDR (Standard Dynamic Range). Echtes HDR erfordert dafür eine ausreichend helle Hintergrundbeleuchtung (bei LCD) bzw. hohe Spitzenhelligkeit (bei OLED) — viele günstige “HDR-fähige” Bildschirme erfüllen die Zertifizierungskriterien nur knapp und zeigen kaum sichtbaren Unterschied zu SDR.
Reaktionszeit und Ghosting
Neben der Bildwiederholrate ist die Reaktionszeit (meist in Millisekunden angegeben, z. B. 1 ms) eine zweite, oft verwechselte Kenngröße: Sie beschreibt, wie schnell ein einzelnes Pixel von einer Farbe zur nächsten wechseln kann, nicht wie oft pro Sekunde ein neues Bild aufgebaut wird. Ist die Reaktionszeit zu langsam für die eingestellte Bildwiederholrate, entsteht “Ghosting” — ein sichtbarer Schweif hinter sich schnell bewegenden Objekten, weil das vorherige Bild noch nicht vollständig ausgeblendet ist, wenn das nächste bereits angezeigt wird. LCD-Panels mit TN-Technologie erreichen traditionell die kürzesten Reaktionszeiten, IPS-Panels (bessere Farbtreue und Blickwinkel) liegen meist etwas dahinter, OLED-Panels sind durch die selbstleuchtenden Pixel praktisch verzögerungsfrei.
Siehe auch: Monitor, V-Sync, FPS, Grafikkarten