Tablets
Kurz: Mobile, flache Computer mit Touchscreen als primärem Eingabegerät, funktional zwischen Smartphone und Laptop angesiedelt.
Genauer: Tablets laufen meist auf mobilen Betriebssystemen (z. B. iPadOS, Android) statt auf klassischen Desktop-Betriebssystemen und sind auf Touch- statt Maus-/Tastatur-Bedienung optimiert, lassen sich aber oft mit externer Tastatur erweitern.
Im Detail
Sandbox statt offenes Dateisystem
Anders als bei klassischen Desktop-/Laptop-Betriebssystemen laufen Tablet-Apps meist in einer stärker abgeschotteten Sandbox: Jede App bekommt nur eingeschränkten Zugriff auf das Dateisystem und andere Apps, und der direkte Austausch von Daten zwischen Apps läuft über kontrollierte Schnittstellen statt über ein frei zugängliches Dateisystem. Apps werden fast ausschließlich über einen zentralen, vom Betriebssystemhersteller kontrollierten App-Store bezogen und vor der Veröffentlichung geprüft. Das erschwert klassische Schadsoftware erheblich (ein bösartiges Programm kann sich nicht einfach im Hintergrund installieren oder auf beliebige Systembereiche zugreifen), schränkt aber auch die Möglichkeiten für Poweruser ein — etwa bei freier Dateiverwaltung, dem Installieren von Software außerhalb des App-Stores (Sideloading, je nach Plattform nur eingeschränkt möglich) oder echtem Multitasking zwischen mehreren gleichzeitig laufenden, sich gegenseitig beeinflussenden Programmen.
Prozessorarchitektur: ARM statt x86
Die Prozessorarchitektur unterscheidet sich ebenfalls oft von klassischen PCs: Die meisten Tablets nutzen stromsparende ARM-Chips statt der x86-Architektur, die in den meisten Windows-/Linux-PCs steckt. ARM-Prozessoren sind auf Energieeffizienz statt auf reine Rechenleistung optimiert, was längere Akkulaufzeiten bei passiver Kühlung (kein Lüfter nötig) ermöglicht — ein wichtiger Grund, warum Tablets so viel dünner und leiser sein können als vergleichbare Laptops. Der Umstieg einiger Hersteller (u. a. Apple bei neueren iPad-Pro-Modellen) auf ARM-Chips, die eng mit den eigenen Laptop-Prozessoren verwandt sind, verwischt diese Trennung inzwischen zunehmend.
Bedienkonzept als eigentliches Unterscheidungsmerkmal
In der Praxis grenzen sich Tablets vor allem über das Verhältnis von Bildschirmgröße zu Bedienkonzept von Smartphones und Laptops ab: groß genug für längeres Lesen, Zeichnen (oft mit druckempfindlichem Stift) oder Videokonsum, aber ohne die volle Tastatur-/Maus-Produktivität eines Laptops. Touch-Bedienung erfordert dabei grundsätzlich andere UI-Konzepte als Maus-/Tastatur-Bedienung: größere Bedienelemente (Finger sind ungenauer als ein Mauszeiger), Wischgesten statt Rechtsklick-Menüs, virtuelle statt physischer Tastatur (die wertvollen Bildschirmplatz beansprucht).
Die 2-in-1-Grauzone
Modelle mit abnehmbarer oder anklappbarer Tastatur und vollwertigem Desktop-Betriebssystem (sogenannte “2-in-1”-Geräte, z. B. Microsoft Surface) verwischen die Grenze zwischen Tablet und Laptop zunehmend: Im Tablet-Modus läuft ein touch-optimiertes Interface, im angedockten Modus verhält sich das Gerät wie ein vollwertiger Laptop mit klassischem Dateisystemzugriff und der Möglichkeit, beliebige Desktop-Software zu installieren.
Siehe auch: Smartphones, Bildschirm