Krampfanfall: Erste Hilfe
Kurz: Bei einem großen Krampfanfall verliert ein Mensch das Bewusstsein, stürzt oft und zuckt am ganzen Körper. Helfende sollen vor allem vor Verletzungen schützen, den Anfall nicht unterdrücken und die Zeit im Blick behalten.
Genauer: Krampfanfälle können bei Epilepsie auftreten, aber auch durch Fieber bei Kleinkindern, Unterzuckerung, Verletzungen oder andere Erkrankungen. Die meisten Anfälle hören nach ein bis zwei Minuten von selbst auf.
Im Detail
- Ruhe bewahren: Der Anfall sieht bedrohlich aus, die Person spürt währenddessen aber meist nichts.
- Vor Verletzungen schützen: Harte oder spitze Gegenstände wegräumen und etwas Weiches unter den Kopf legen; die Person nur aus einer Gefahrenzone ziehen, etwa von einer Straße.
- Nicht festhalten: Zuckende Arme und Beine nicht festhalten, das kann zu Verletzungen führen.
- Nichts in den Mund: Keine Gegenstände zwischen die Zähne schieben und nichts zu trinken geben.
- Zeit messen: Auf die Uhr schauen, wann der Anfall beginnt und endet; diese Angabe hilft dem Rettungsdienst und den Ärzten.
- Notruf 112: Sofort anrufen, wenn es der erste bekannte Anfall ist, der Anfall länger als fünf Minuten dauert, mehrere Anfälle aufeinander folgen, die Person sich verletzt hat, schwanger ist oder schlecht atmet (notruf-richtig-absetzen).
- Nach dem Anfall: Atmet die Person normal, bleibt aber benommen oder schläfrig, in die stabile Seitenlage bringen und bei ihr bleiben (stabile-seitenlage-anleitung).
- Keine normale Atmung: Atmet die Person nach dem Ende der Zuckungen nicht normal, sofort mit der Wiederbelebung beginnen (wiederbelebung-und-defibrillator-grundlagen).
- Respektvoll begleiten: Schaulustige wegschicken, beruhigend sprechen und erklären, was passiert ist; Menschen mit bekannter Epilepsie haben oft einen Notfallausweis bei sich, und ein Erste-Hilfe-Kurs bereitet gut auf solche Situationen vor.