Keynesianismus und Monetarismus
Kurz: Keynesianismus und Monetarismus sind zwei einflussreiche Denkschulen der Volkswirtschaftslehre, die unterschiedliche Antworten darauf geben, wie der Staat auf Konjunkturschwankungen reagieren sollte. Vereinfacht setzt der Keynesianismus stärker auf aktive Staatsausgaben, der Monetarismus auf eine stetige Geldpolitik.
Genauer: Der Keynesianismus geht auf John Maynard Keynes zurück, der in den 1930er-Jahren vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise schrieb. Der Monetarismus wurde vor allem von Milton Friedman geprägt und gewann in den 1970er-Jahren an Einfluss.
Im Detail
- Gesamtwirtschaftliche Nachfrage: Nach keynesianischer Sicht kann die Nachfrage längere Zeit zu schwach sein, sodass Arbeitslosigkeit entsteht, ohne dass sich der Markt rasch von selbst erholt.
- Antizyklische Fiskalpolitik: Keynesianer empfehlen, in Abschwüngen die Staatsausgaben zu erhöhen oder Steuern zu senken und in Aufschwüngen gegenzusteuern.
- Multiplikator: Eine zusätzliche staatliche Ausgabe kann nach dieser Theorie die Wirtschaftsleistung um mehr als den ursprünglichen Betrag steigern, weil Einkommen erneut ausgegeben werden.
- Geldmenge im Mittelpunkt: Monetaristen betonen, dass die Inflation langfristig vor allem von der Entwicklung der Geldmenge abhängt.
- Regelgebundene Politik: Statt kurzfristiger Eingriffe befürworten Monetaristen ein stetiges, vorhersehbares Geldmengenwachstum.
- Skepsis gegenüber Eingriffen: Monetaristen warnen, dass staatliche Steuerung oft zu spät wirkt und die Schwankungen dadurch sogar verstärken kann.
- Historischer Kontext: Die Stagflation der 1970er-Jahre, also hohe Inflation bei gleichzeitig schwachem Wachstum, schwächte das Vertrauen in die damals vorherrschende keynesianische Politik.
- Heutige Synthese: Moderne Ansätze verbinden Elemente beider Schulen; viele Ökonominnen und Ökonomen sehen sowohl in der Geld- als auch in der Fiskalpolitik wichtige Werkzeuge, streiten aber über deren Gewichtung (geldpolitik-instrumente-der-zentralbank, konjunkturzyklus-grundlagen, stagflation-grundlagen).