Geldpolitik: Instrumente der Zentralbank
Kurz: Zentralbanken steuern mit verschiedenen Instrumenten die Geldmenge und Zinssätze in einer Volkswirtschaft, um Preisstabilität und wirtschaftliches Wachstum zu fördern. Die wichtigsten Werkzeuge sind der Leitzins, Mindestreserven und Offenmarktgeschäfte.
Genauer: Veränderungen der Geldpolitik wirken meist erst mit zeitlicher Verzögerung von mehreren Monaten auf die Gesamtwirtschaft.
Im Detail
- Leitzins: Der Zinssatz, zu dem Banken sich bei der Zentralbank Geld leihen können, beeinflusst indirekt alle anderen Zinssätze in der Wirtschaft.
- Offenmarktgeschäfte: Durch den An- und Verkauf von Staatsanleihen steuert die Zentralbank die im Umlauf befindliche Geldmenge direkt.
- Mindestreserve: Banken müssen einen bestimmten Anteil ihrer Einlagen bei der Zentralbank hinterlegen, was die verfügbare Kreditmenge beeinflusst.
- Quantitative Lockerung: In Krisenzeiten kauft die Zentralbank in großem Umfang Wertpapiere auf, um zusätzliches Geld in die Wirtschaft zu pumpen.
- Zinssenkungen bei Abschwung: Niedrigere Zinsen machen Kredite günstiger und sollen Investitionen und Konsum anregen.
- Zinserhöhungen gegen Inflation: Höhere Zinsen verteuern Kredite und sollen übermäßige Nachfrage und steigende Preise bremsen.
- Unabhängigkeit der Zentralbank: Viele Zentralbanken agieren unabhängig von der Regierung, um geldpolitische Entscheidungen vor kurzfristigem politischem Druck zu schützen (konjunkturzyklus-grundlagen, inflation-grundlagen).