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Karl der Große und das Frankenreich

Kurz: Karl der Große (um 747/748–814) war König der Franken und ab dem Jahr 800 Kaiser. Unter ihm wurde das Frankenreich zum mächtigsten Reich im Westen Europas seit dem Ende des Weströmischen Reiches.

Genauer: Karl erweiterte sein Reich durch zahlreiche Kriege und förderte Bildung, Schrift und Kirche. Weil sein Reich große Teile des heutigen Frankreich, Deutschland, Italien und der Beneluxstaaten umfasste, wird er oft als Vater Europas bezeichnet.

Im Detail

  • Herkunft: Karl stammte aus der Familie der Karolinger. Nach dem Tod seines Vaters Pippin 768 herrschte er zunächst gemeinsam mit seinem Bruder Karlmann, ab 771 allein.
  • Eroberungen: Er unterwarf 774 das Reich der Langobarden in Italien und führte Feldzüge gegen Awaren, Bayern und muslimische Herrscher in Spanien.
  • Sachsenkriege: Die Kriege gegen die Sachsen dauerten rund drei Jahrzehnte und waren äußerst brutal. Die Unterwerfung war mit einer erzwungenen Christianisierung verbunden.
  • Kaiserkrönung: Am Weihnachtstag des Jahres 800 krönte Papst Leo III. Karl in Rom zum Kaiser. Damit knüpfte er an die Tradition des Römischen Reiches an.
  • Verwaltung: Grafen verwalteten die Regionen, Königsboten kontrollierten sie im Auftrag des Herrschers. Eine feste Hauptstadt gab es nicht, Karl reiste zwischen seinen Pfalzen.
  • Aachen: In seinen späteren Jahren hielt sich Karl häufig in Aachen auf. Die Pfalzkapelle ist heute Teil des Aachener Doms und Weltkulturerbe.
  • Bildung und Schrift: Gelehrte wie Alkuin wirkten an seinem Hof. Klöster kopierten antike Texte, und die gut lesbare karolingische Minuskel verbreitete sich.
  • Erbe: Nach dem Tod seines Sohnes Ludwig des Frommen teilten die Enkel das Reich im Vertrag von Verdun 843. Daraus gingen langfristig die Vorläufer Frankreichs und Deutschlands hervor.
  • Bewertung: Karl gilt als bedeutender Herrscher, doch seine Kriege kosteten viele Menschenleben. Die Geschichtswissenschaft betrachtet beide Seiten (mittelalter-lebenswelt-und-gesellschaft, roemisches-reich-aufstieg-und-niedergang).