Saurer Regen
Kurz: Saurer Regen ist Niederschlag, der deutlich saurer ist als normal. Er entsteht vor allem, wenn Schwefeldioxid und Stickoxide aus Abgasen in der Luft zu Säuren reagieren.
Genauer: Schon sauberer Regen ist leicht sauer, weil sich Kohlendioxid darin löst; sein pH-Wert liegt bei etwa 5,6. Gelangen Schwefel- und Stickstoffverbindungen in die Atmosphäre, bilden sich Schwefelsäure und Salpetersäure, und der pH-Wert sinkt weiter.
Im Detail
- Quellen: Schwefeldioxid stammt vor allem aus der Verbrennung schwefelhaltiger Kohle und Öle. Stickoxide entstehen bei heißen Verbrennungen in Motoren, Kraftwerken und Heizungen. Auch Vulkane setzen Schwefelgase frei.
- Weite Wege: Die Schadstoffe können mit dem Wind Hunderte Kilometer weit getragen werden. Saurer Regen fällt deshalb oft weit entfernt von den Quellen.
- Nicht nur Regen: Auch Schnee, Nebel und trockener Staub können saure Stoffe auf Pflanzen und Böden bringen.
- Wälder: Saure Niederschläge lösen Nährstoffe aus dem Boden und setzen schädliche Aluminiumverbindungen frei. Bäume werden geschwächt und anfälliger für Frost und Schädlinge.
- Seen: In Gebieten mit kalkarmem Gestein, etwa in Skandinavien, versauerten im 20. Jahrhundert viele Seen so stark, dass Fische verschwanden.
- Gebäude: Säure greift Kalkstein und Marmor an. Viele alte Statuen und Fassaden zeigen dadurch deutliche Schäden.
- Gegenmaßnahmen: Rauchgasentschwefelung in Kraftwerken, schwefelarme Kraftstoffe und Katalysatoren in Autos haben den Ausstoß in Europa seit den 1980er-Jahren stark gesenkt.
- Kalken: Um versauerte Böden und Gewässer zu entlasten, wird mancherorts Kalk ausgebracht, der Säure neutralisiert.
- Hintergrund: Wie sauer etwas ist, gibt der pH-Wert an (ph-wert-saeuren-und-laugen, wald-aufbau-und-bedeutung, feinstaub-grundlagen).