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Steuererklärung für Arbeitnehmer: lohnt sich das?

Kurz: Wer angestellt ist, bekommt über die Steuererklärung oft Geld zurück, weil beim Lohnsteuerabzug nicht alle Ausgaben berücksichtigt werden. Für manche besteht Abgabepflicht, für viele ist die Abgabe freiwillig und lohnend.

Genauer: Die Einkommensteuer wird für das Kalenderjahr festgesetzt. Die bereits einbehaltene Lohnsteuer wird angerechnet. Das Ergebnis ist eine Erstattung oder Nachzahlung.

Im Detail

  • Pflicht oder freiwillig: Pflicht besteht zum Beispiel bei Steuerklassenkombination III/V, bei Nebeneinkünften über einer Grenze, bei Lohnersatzleistungen über einer Grenze oder auf Aufforderung des Finanzamts. Sonst ist es eine Antragsveranlagung, für die in der Regel vier Jahre Zeit bleiben.
  • Wie: Mit der kostenlosen Software ELSTER (Zugang über ein Zertifikat, siehe ELSTER-Registrierung) oder mit kommerziellen Programmen. Die Abgabe erfolgt elektronisch.
  • Typische Abzüge: Werbungskosten (Fahrten zur Arbeit mit der Entfernungspauschale, Arbeitsmittel, Fortbildung, Homeoffice-Pauschale, Bewerbungen), Sonderausgaben (Spenden, Kirchensteuer, Versicherungsbeiträge, Altersvorsorge), außergewöhnliche Belastungen (Krankheitskosten über der zumutbaren Belastung), haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen als Steuerermäßigung.
  • Pauschalen: Das Finanzamt rechnet automatisch Pauschbeträge. Erst wenn die tatsächlichen Kosten höher sind, wirkt der Nachweis.
  • Belege: Heute meist nicht mehr mitschicken, aber aufbewahren und auf Anfrage vorlegen (Aufbewahrungsfristen).
  • Vorausgefüllte Steuererklärung: Das Finanzamt hält viele Daten bereit (Lohn, Renten- und Krankenversicherung) und trägt sie ein. Kontrollieren und ergänzen.
  • Bescheid: Nach der Bearbeitung kommt der Steuerbescheid. Einspruch ist innerhalb eines Monats möglich.
  • Hilfe: Lohnsteuerhilfevereine (gegen Mitgliedsbeitrag), Steuerberatung (Steuerberater).

Siehe auch: Steuerklassen und Lohnsteuer

Allgemeine Information zur Rechtslage in Deutschland, keine Rechts- oder Steuerberatung. Regeln und Beträge ändern sich, im Einzelfall bei Beratungsstellen, Notariat, Steuerberatung oder Behörden nachfragen.