Ökostrom-Tarife und Gütesiegel
Kurz: Ökostrom-Tarife versprechen Strom aus erneuerbaren Energien, unterscheiden sich aber stark in ihrer tatsächlichen Umweltwirkung. Unabhängige Gütesiegel helfen, seriöse Angebote von reinem Marketing zu unterscheiden.
Genauer: Durch das Herkunftsnachweis-System kann theoretisch jeder Anbieter „grünen“ Strom verkaufen, auch wenn der physisch geflossene Strom aus einem Mix verschiedener Quellen stammt.
Im Detail
- Herkunftsnachweise: Diese Zertifikate bestätigen, dass irgendwo in Europa eine entsprechende Menge Ökostrom erzeugt wurde, unabhängig vom tatsächlichen Strommix beim Kunden.
- Strenge Gütesiegel: Siegel wie „ok-power“ oder „Grüner Strom“ verlangen zusätzlich, dass ein Teil der Einnahmen in den Ausbau neuer Ökostromanlagen fließt.
- Reine Vermarktungstarife: Manche Anbieter kaufen lediglich günstige Herkunftsnachweise auf, ohne selbst in neue Erzeugungsanlagen zu investieren.
- Regionale Erzeugung: Manche Tarife bieten Strom aus definierter regionaler Herkunft an, was die Transportwege und damit verbundene Verluste verkürzt.
- Preisvergleich lohnt sich: Echte Ökostromtarife mit Neuanlagen-Förderung sind nicht automatisch teurer als konventionelle Tarife, ein Vergleich zahlt sich aus.
- Eigenerzeugung als Ergänzung: Eine eigene Solaranlage reduziert die Abhängigkeit vom gewählten Stromtarif zusätzlich erheblich.
- Kritischer Blick auf Werbung: Begriffe wie „klimaneutral“ oder „100 % grün“ sollten stets mit den zugrunde liegenden Zertifikaten und Siegeln abgeglichen werden (balkonkraftwerk, smart-meter-und-dynamischer-stromtarif, greenwashing-erkennen).