KI und Musik: Wie Modelle Klänge erzeugen
Kurz: Musik-KI erzeugt Klang aus Text oder Melodien. Es gibt zwei Hauptwege: Audio als Folge von Token vorhersagen (wie bei einem Sprachmodell) oder Audio ähnlich wie Bilder per Diffusion erzeugen.
Das Grundproblem
Ton hat eine sehr hohe Datenrate: 44.100 Messwerte pro Sekunde. Ein Lied von drei Minuten sind fast acht Millionen Werte. Direkt Wert für Wert vorherzusagen ist unpraktisch.
Lösung: komprimieren
Ein Audio-Codec (ein Autoencoder) wandelt Ton in eine viel kürzere Folge diskreter Codes um und zurück. Darauf arbeiten die Modelle:
- Token-Modelle: Ein Transformer sagt die Codes nacheinander voraus, bedingt durch Text („ruhiger Jazz mit Klavier“), wie ein Sprachmodell.
- Diffusionsmodelle: Aus Rauschen im komprimierten Raum entsteht schrittweise Musik, siehe Bildgenerierung mit Diffusionsmodellen.
Weitere Aufgaben
Stimmen nachbilden, Stems trennen (Gesang, Schlagzeug, Bass), Akkorde erkennen, Mastering, Übergänge zwischen Liedern.
Offene Fragen
- Urheberrecht: Mit welchen Aufnahmen darf trainiert werden? Siehe Trainingsdaten, Urheberrecht und Datenschutz bei KI.
- Stimmenklone und Fälschungen: Deepfakes und KI-Erkennung, C2PA und Herkunftsnachweise für KI-Inhalte.
- Was zählt als eigene Schöpfung, und wie werden Musiker beteiligt?
Siehe auch: Sprache und Audio: Spracherkennung und Sprachsynthese