Kernel-Versionen und Release-Zyklus
Kurz: Der Kernel hat Versionsnummern wie 6.12.5: Hauptversion, Nebenversion, Patchstufe. Etwa alle neun bis zehn Wochen erscheint eine neue Nebenversion, dazwischen Fehlerkorrekturen.
Genauer: Die Hauptversion springt, wenn Linus Torvalds die Nebenversion zu hoch findet, meist nach etwa 19 bis 20: 3.19 → 4.0, 4.20 → 5.0, 5.19 → 6.0. Nach 6.19 folgte die Reihe 7.x. Die Zahl sagt nichts über große Änderungen.
Im Detail
- Mainline: Der Hauptzweig von Linus. Jede Entwicklungsphase hat zwei Wochen Merge Window und danach Release Candidates (rc1 bis rc7 oder rc8).
- Stable: Fehlerkorrekturen für die jeweils aktuelle Version (6.x.1, 6.x.2 …), bis zur nächsten Version.
- Longterm (LTS): Ausgewählte Versionen werden mehrere Jahre mit Korrekturen versorgt, meist eine pro Jahr, die letzte des Jahres. Zum Beispiel 5.10, 5.15, 6.1, 6.6, 6.12 und 6.18.
- Distribution-Kernel: Debian 12 nutzt 6.1, Debian 13 nutzt 6.12, Ubuntu 24.04 startet mit 6.8 (später aktualisierbar mit Hardware-Enablement-Stack).
- Namen:
6.12.5-arch1-1,6.8.0-45-generic: Zusatz zeigt die Distribution und Variante. - Aktuell prüfen: kernel.org zeigt Mainline, Stable und Longterm mit Enddatum.
- Hinweis: Die genaue Zahl der aktuell gepflegten LTS-Versionen ändert sich laufend, daher dort nachsehen.
Siehe auch: Der Linux-Kernel im Überblick, Release-Modelle: Fixed, LTS und Rolling