Geschichte von Linux und GNU
Kurz: Linux ist der Kernel, GNU das Programmpaket drumherum. Zusammen ergeben sie das Betriebssystem, das man meist „Linux“ nennt. Die Geschichte reicht von Unix über ein Studentenprojekt zu dem Fundament von Servern, Handys und Supercomputern.
Die Vorgeschichte
- 1969: Unix entsteht bei den Bell Labs. Es wird zum Vorbild vieler Systeme, ist aber bald nicht mehr frei.
- 1983/84: Richard Stallman startet das GNU-Projekt („GNU’s Not Unix“): ein vollständig freies Unix-artiges System. Es entstehen Compiler (GCC), Shell (Bash), Editor (Emacs) und viele Werkzeuge. Nur der Kernel fehlt noch. 1985 gründet er die Free Software Foundation, später entsteht die GPL (Open-Source-Lizenzen: GPL, MIT und Apache).
- 1987: Minix, ein Lehr-Unix von Andrew Tanenbaum.
Linux
- 1991: Der finnische Student Linus Torvalds kündigt ein „Hobby“-Betriebssystem für PCs an und veröffentlicht den ersten Kernel (Version 0.01). 1992 steht der Kernel unter der GPL.
- GNU-Werkzeuge + Linux-Kernel ergeben ein vollständiges freies System. Die Namensfrage („GNU/Linux“) ist bis heute ein Streitthema.
- 1993-1996: Die ersten Distributionen entstehen: Slackware, Debian, Red Hat (Linux-Distributionen: Familienstammbaum).
- Ab 1998: Firmen wie IBM, Oracle und Google investieren. Linux läuft bald auf Servern.
- 2005: Linus entwickelt Git für die Kernelarbeit (Git).
- 2007/2008: Android mit Linux-Kernel erscheint; heute Milliarden Geräte.
- Seit 2017: Alle 500 schnellsten Supercomputer laufen mit Linux.
Warum es gelang
Der Quellcode ist offen, jeder darf lernen, verbessern und weitergeben. Das zieht Entwickler und Firmen an, die gemeinsam mehr schaffen als einzeln, siehe Wie Linux entwickelt wird: Patches, Mailinglisten und Maintainer.
Siehe auch: Open Source