Preise kalkulieren: so kommst du auf deinen Stundensatz
Kurz: Ein Preis soll Kosten decken, ein Einkommen ermöglichen und zum Markt passen. Der häufigste Fehler von Einsteigern: zu niedrig verkaufen, weil man Kosten, Steuern und unbezahlte Zeit vergisst.
Schritt 1: Was soll hereinkommen?
Rechne vom Wunsch zurück. Beispiel: Du willst im Jahr 3.600 € Gewinn machen.
- Kosten pro Jahr (Hosting, Software, Versicherung, Geräteabschreibung, Fahrten): zum Beispiel 800 €.
- Steuern und Abgaben auf den Gewinn einplanen (siehe Steuern für Schüler und Azubis mit Nebeneinkünften). Bei kleinen Gewinnen oft wenig, bei mehr wächst es.
- Zielumsatz = Gewinn + Kosten = 4.400 € (vor Steuern).
Schritt 2: Wie viele bezahlte Stunden gibt es wirklich?
Nicht jede Stunde ist bezahlt: Angebote, Kundengespräche, Buchhaltung, Weiterbildung und Leerlauf kosten Zeit. Als Faustregel sind nur 50 bis 70 % der Arbeitszeit abrechenbar. Bei 5 Stunden pro Woche sind das etwa 3 bezahlte Stunden, im Jahr rund 150.
Schritt 3: Stundensatz
Stundensatz = Zielumsatz / bezahlte Stunden = 4.400 € / 150 = rund 29 €.
Preisarten
- Stundensatz: fair bei unklarem Umfang.
- Festpreis: der Kunde mag Planbarkeit, du trägst das Risiko; Puffer einplanen (20 bis 30 %).
- Pakete/Abos: Wartung, Hosting, Pflege als monatlicher Betrag.
- Wertbasiert: nach dem Nutzen für den Kunden, nicht nach deiner Zeit.
Vergleich und Kontrolle
- Ähnliche Angebote ansehen. Zu billig wirkt auch unseriös.
- Nach dem Auftrag Zeit stoppen und prüfen, was wirklich dabei herauskam.
- Preise jährlich anpassen.
Als Kleinunternehmer kommt keine Umsatzsteuer drauf (Kleinunternehmer: Grenzen und Wechsel zur Regelbesteuerung); bei Regelbesteuerung gehören 19 % zusätzlich zum Netto-Preis (bei Privatkunden wirken sie als Preisaufschlag).
Siehe auch: Ein Jahr Buchführung als Beispiel (EÜR), Marketing für Einsteiger: Kunden finden