Videoschnitt für Einsteiger: Schnitt, Codec und Export
Kurz: Beim Videoschnitt werden Clips auf einer Zeitleiste gekürzt, angeordnet und mit Ton, Titel und Übergängen versehen; zum Schluss exportiert man in ein passendes Format.
Genauer: Gute Videos entstehen im Schnitt. Programme heißen NLE (Non-Linear Editor): Das Original bleibt unverändert, der Schnitt ist eine Liste von Anweisungen.
Im Detail
Programme
Kostenlos: DaVinci Resolve (sehr mächtig), Shotcut, Kdenlive, OpenShot, CapCut (Mobil/Desktop), iMovie (Apple). Bezahlt: Premiere Pro, Final Cut Pro, Filmora. Auf dem Handy: CapCut, InShot, LumaFusion. Für den Anfang genügen Resolve oder Shotcut.
Arbeitsablauf
- Material sichten und ordnen (Ordner: Video, Audio, Grafik, Musik).
- Projekt anlegen mit Auflösung und Bildrate (zum Beispiel 1920 × 1080 bei 30 fps).
- Rohschnitt: Clips auf die Timeline, Anfang/Ende kürzen, Unnötiges entfernen.
- Feinschnitt: Rhythmus, Übergänge sparsam, B-Roll (Zwischenbilder), J-/L-Cuts (Ton läuft vor/nach dem Bild).
- Ton: Sprache klar und lauter als Musik, Rauschen entfernen, Pegel angleichen (um −14 bis −16 LUFS für Web).
- Titel, Untertitel, Farbkorrektur (Belichtung, Weißabgleich).
- Export.
Codec, Format, Export
Für Veröffentlichung meist MP4 (H.264 + AAC): breiteste Kompatibilität. Einstellungen: Auflösung wie Projekt, Bitrate (1080p: 8 bis 12 Mbit/s, 4K: 35 bis 45 Mbit/s) oder CRF 18 bis 23, Bildrate unverändert. Zwischenformate zum Bearbeiten (ProRes, DNxHR) sind größer, aber schnittfreundlich. Proxys (verkleinerte Kopien) machen die Bearbeitung großer Videos flüssig.
Gestaltung und Rechte
Weniger ist mehr: klare Geschichte (Einstieg, Hauptteil, Schluss), kurze Einstellungen, passender Ton. Musik und Clips Dritter nur mit Lizenz (YouTube-Audiothek, freie Bibliotheken wie Pixabay, Incompetech: Lizenz prüfen). Personen im Bild brauchen unter Umständen Einwilligung (Recht am eigenen Bild). Barrierefreiheit: Untertitel, ausreichend Kontrast, keine Flackereffekte. Sichere Projekt und Medien (Backup).
Siehe auch: Video-Codecs, Audioformate, Recht am eigenen Bild