BGP und Routing im Internet
Kurz: Das Border Gateway Protocol (BGP) tauscht zwischen den großen Netzen des Internets (autonomen Systemen) aus, welche IP-Bereiche sie erreichen. So finden Datenpakete ihren Weg um die Welt.
Genauer: Jedes autonome System (AS, z. B. ein Provider) hat eine Nummer. Per BGP kündigt es Präfixe an („Ich erreiche 203.0.113.0/24“) und gibt gelernte Routen weiter. Router wählen anhand von Regeln und Richtlinien den besten Pfad. BGP kennt keine Sicherheit von Haus aus und vertraut Ankündigungen.
Im Detail
- AS-Pfad: Liste der durchlaufenen AS. Kürzer ist meist besser, Richtlinien (Preis, Verträge) überstimmen das.
- Peering und Transit: Gleichberechtigter Austausch bzw. bezahlte Durchleitung.
- Route Hijacking/Leaks: Falsche Ankündigungen leiten Verkehr um oder legen Dienste lahm (Beispiele: YouTube 2008, Facebook-Ausfall 2021 durch Rückzug der Routen).
- RPKI: Kryptografisch belegt, welches AS ein Präfix ankündigen darf.
- Anycast: Gleiche Adresse an vielen Orten; BGP leitet zum nächsten.
- IGP vs. EGP: OSPF/IS-IS intern, BGP zwischen Organisationen.
Siehe auch: Anycast und Lastverteilung im Netz, Subnetz