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Feedback geben und annehmen: Konstruktiv im Team

Kurz: Gutes Feedback beschreibt konkret Beobachtungen, nennt die Wirkung und macht Vorschläge; Feedback annehmen heißt zuhören, nachfragen und selbst entscheiden, was man ändert.

Genauer: In Ausbildung, Projekten und Teams lernt man durch Rückmeldungen. Schlechtes Feedback („Das war schlecht“) verletzt, gutes hilft weiterzukommen.

Im Detail

Feedback geben

Ein bewährtes Muster: Situation – Verhalten – Wirkung – Wunsch (SBI/SBIW):

  1. Situation: „Im Kundenmeeting gestern …“
  2. Beobachtung (ohne Wertung): „… hast du die Anforderungen schon nach fünf Minuten zusammengefasst.“
  3. Wirkung: „Das hat dem Kunden geholfen, die Lage zu verstehen.“ / „Ich habe mich übergangen gefühlt.“
  4. Vorschlag/Wunsch: „Bitte frag das nächste Mal kurz vorab nach.“ Dazu Ich-Botschaften, konkrete Beispiele, zeitnah, unter vier Augen bei Kritik, Lob öffentlich; Positives und Verbesserungen ausgewogen. Personen nicht bewerten („du bist unzuverlässig“), sondern Verhalten beschreiben.

Feedback annehmen

  • Zuhören, nicht unterbrechen, nicht sofort rechtfertigen.
  • Nachfragen: „Kannst du ein Beispiel geben?“, „Was wäre besser gewesen?“
  • Danken: Feedback ist ein Geschenk, auch wenn es unangenehm ist.
  • Sacken lassen und selbst prüfen, was zutrifft. Du entscheidest, was du umsetzt.
  • Nicht persönlich nehmen: Es geht um Verhalten und Ergebnis, nicht um deinen Wert.
  • Mehrfach gehörtes Feedback ist besonders wertvoll.

Im Alltag der Ausbildung

Bitte aktiv um Feedback: „Was kann ich besser machen?“, „Was hat gut geklappt?“ (zum Beispiel nach Projektabschluss, Präsentationen, Prüfungsvorbereitung). Regelmäßige Gespräche mit Ausbilder (monatlich) und Reflexion im Berichtsheft (Was habe ich gelernt, was nehme ich mit?). Code-Reviews und Retrospektiven sind Feedback-Formate im Team. Gibst du Feedback an Ältere/Vorgesetzte, bleibe respektvoll und konkret.

Schwierige Fälle

  • Unfaires Feedback: nach konkreten Beispielen fragen, ruhig widersprechen, bei Streit eine dritte Person (JAV, Ausbildungsleitung) einbeziehen.
  • Mobbing/Herabsetzung ist kein Feedback: dokumentieren, Hilfe holen.
  • Kulturelle Unterschiede: Direktheit variiert.
  • Schriftliches Feedback ist schwerer zu deuten: im Zweifel sprechen.
  • Eigenes Feedback: Notiere Rückmeldungen und prüfe, wie sie dein Handeln verändern.

Siehe auch: Code-Review, Berichtsheft, Scrum im Ablauf