Scrum im Ablauf: Rollen, Sprint und die vier Meetings
Kurz: Scrum arbeitet in Sprints von ein bis vier Wochen mit drei Rollen, drei Artefakten und vier Meetings, damit ein Team regelmäßig lieferbare Ergebnisse erzeugt und lernt.
Genauer: Scrum ist das bekannteste agile Rahmenwerk. Es schreibt keine Techniken vor, sondern einen Rhythmus mit Transparenz, Überprüfung und Anpassung (Empirie).
Im Detail
Drei Rollen
- Product Owner (PO): verantwortet den Wert, pflegt und priorisiert das Product Backlog, entscheidet, was gebaut wird.
- Scrum Master: sorgt, dass das Team Scrum versteht und anwendet, räumt Hindernisse weg, moderiert; keine Projektleitung.
- Entwicklungsteam (Developers): selbstorganisiert, bringt alle Fähigkeiten mit, entscheidet, wie gebaut wird; typisch 3 bis 9 Personen.
Drei Artefakte
- Product Backlog: geordnete Liste aller Wünsche (User Stories).
- Sprint Backlog: die für den Sprint gewählten Einträge plus Plan.
- Inkrement: das lauffähige Ergebnis, das die Definition of Done erfüllt.
Der Sprint und die Meetings
Ein Sprint (1 bis 4 Wochen, feste Länge) enthält:
- Sprint Planning: Was bauen wir (Sprint-Ziel), wie?
- Daily Scrum (15 Minuten täglich): Fortschritt, Plan für den Tag, Hindernisse.
- Sprint Review: Ergebnis dem Stakeholder zeigen, Feedback holen, Backlog anpassen.
- Sprint Retrospective: Wie arbeiten wir? Was verbessern wir im nächsten Sprint? Dazwischen Refinement (Backlog-Pflege, Schätzen).
Tipps und Fallen
- Sprintziel verständlich und nicht mitten im Sprint ändern.
- Velocity (geschaffte Punkte) hilft planen, ist aber keine Leistungsmessung.
- Definition of Done gemeinsam festlegen.
- Häufige Fallen: Scrum-But (Regeln weglassen), Daily als Berichtsrunde für den Chef, PO nicht erreichbar, Sprint-Überladung, kein ehrliches Retro.
- Alternativen/Ergänzungen: Kanban (Fluss statt Sprints), XP, SAFe/LeSS für große Organisationen. In der IHK-Dokumentation erklärst du, wie du Scrum angepasst hast (zum Beispiel Ein-Personen-Projekt: Sprint-Planung und -Review mit Ausbilder).
Siehe auch: Agile Methoden (Scrum und Kanban), User Stories und Akzeptanzkriterien, Vorgehensmodelle im Vergleich