Pair Programming und Mob Programming: Gemeinsam Code schreiben
Kurz: Beim Pair Programming schreiben zwei Personen gemeinsam an einem Rechner Code: Eine tippt (Driver), die andere denkt mit und prüft (Navigator).
Genauer: Zu zweit am Code zu arbeiten wirkt zunächst langsamer, bringt aber oft weniger Fehler, besseres Design und mehr Wissensaustausch. Besonders in der Ausbildung ist es eine gute Methode, voneinander zu lernen.
Im Detail
Rollen
- Driver (Fahrer): tippt den Code, konzentriert sich auf die aktuelle Zeile.
- Navigator: denkt voraus, achtet auf Fehler, Struktur und Randfälle, sucht in Dokumentation. Die Rollen werden regelmäßig getauscht (alle 10 bis 25 Minuten, zum Beispiel per Timer). Beide reden laut mit, sonst ist es nur zwei Leute vor einem Bildschirm.
Varianten
- Ping-Pong: Eine Person schreibt einen Test, die andere die Implementierung (mit TDD).
- Remote Pairing: Bildschirmfreigabe oder gemeinsame Editoren (VS Code Live Share, Tuple).
- Mob Programming: das ganze Team arbeitet an einem Rechner, ein Fahrer, alle anderen Navigatoren. Gut bei schwierigen Problemen oder zur Einarbeitung.
- Strong-Style: „Damit eine Idee in den Computer kommt, muss sie durch die Hände einer anderen Person gehen.“
Vorteile und Grenzen
Vorteile: sofortige Code-Review, Wissensverteilung, weniger Ablenkung, schnelleres Lernen. Grenzen: anstrengend, nicht für jede Aufgabe nötig (Routine, Recherche), Unterschiede im Tempo und Wissen. Nutze es für kniffelige Stellen, Einarbeitung und wichtige Architekturentscheidungen.
Gut zusammenarbeiten
Seid respektvoll, lasst ausreden, fragt statt zu korrigieren („Was wäre, wenn …?“), macht Pausen, einigt euch auf Stil und Werkzeuge. Schwächere müssen nicht zuschauen: Sie sollten auch fahren. Mit einer Ausbilderin oder einem Kollegen funktioniert es auch als Mentoring.
Siehe auch: Code-Review, Agile Methoden (Scrum, Kanban), Clean Code, Lernen lernen