Clean Code
Kurz: Clean Code bezeichnet Quelltext, der leicht zu lesen, zu verstehen und zu ändern ist. Er entsteht durch aussagekräftige Namen, kleine Funktionen, klare Struktur und wenig Duplikate.
Genauer: Code wird deutlich öfter gelesen als geschrieben – deshalb zahlt sich Lesbarkeit aus. Der Begriff geht auf das Buch von Robert C. Martin zurück. Die Regeln sind Richtlinien, keine Gesetze; im Team zählen gemeinsame Konventionen mehr als persönlicher Geschmack.
Im Detail
Die wichtigsten Regeln
- Sprechende Namen:
anzahlOffeneBestellungenstattn,istVolljaehrig()stattcheck(). - Kleine Funktionen mit einer Aufgabe: Eine Funktion tut eines, tut es gut und hat wenige Parameter (idealerweise höchstens drei).
- Keine Duplikate (DRY): Wiederholte Logik gehört in eine Funktion.
- Kommentare erklären das Warum, nicht das Was; schlechter Code wird besser umgeschrieben als kommentiert.
- Flache Verschachtelung: Früh zurückkehren (guard clauses), statt tief verschachtelter
if-Blöcke. - Keine Magic Numbers:
MAX_VERSUCHE = 3statt einer nackten3. - Konsistente Formatierung: Formatierer (Prettier, Black, gofmt) nehmen Diskussionen ab.
# vorher
def f(x, t):
if t == 1:
return x * 0.19
else:
if t == 2:
return x * 0.07
else:
return 0
# nachher
STEUERSAETZE = {"normal": 0.19, "ermaessigt": 0.07}
def mehrwertsteuer(betrag, art):
return betrag * STEUERSAETZE.get(art, 0)Werkzeuge
Linter (ESLint, Pylint, Ruff), Formatierer und statische Analyse zeigen Probleme automatisch an; Code-Reviews sichern die Qualität im Team. Zum Verbessern bestehenden Codes dient das Refactoring; die SOLID-Prinzipien geben Hinweise für die Struktur objektorientierter Programme.
Siehe auch: Refactoring, SOLID, Code-Review, Debugging