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Growth Mindset: Was am Wachstumsdenken dran ist

Kurz: Growth Mindset (Wachstumsdenken) bezeichnet die Überzeugung, dass sich Fähigkeiten wie Intelligenz durch Übung und gute Strategien entwickeln lassen. Das Gegenstück ist das Fixed Mindset, der Glaube, Begabung sei weitgehend festgelegt. Bekannt wurde das Konzept durch die Psychologin Carol Dweck.

Genauer: Die Idee ist sehr populär, ihre Wirkung aber kleiner als oft dargestellt. Große Studien und Übersichtsarbeiten fanden im Durchschnitt nur geringe Effekte von Mindset-Trainings auf Noten, die bei manchen Gruppen, etwa leistungsschwächeren Lernenden, etwas größer ausfielen.

Im Detail

  • Kernaussage: Wer glaubt, sich verbessern zu können, sieht Fehler eher als Lerngelegenheit und gibt bei Schwierigkeiten weniger schnell auf.
  • Lob für den Weg: Rückmeldungen wie „Du hast eine gute Strategie gefunden“ statt „Du bist so schlau“ lenken den Blick auf Anstrengung und Vorgehen.
  • Das kleine Wort „noch“: „Ich kann das noch nicht“ betont, dass Können sich entwickelt.
  • Was die Forschung zeigt: Kurze Interventionen können Einstellungen verändern, die Auswirkungen auf Leistungen sind aber meist bescheiden und hängen vom Umfeld ab.
  • Missverständnis: Wachstumsdenken heißt nicht, dass alle alles gleich gut lernen können oder dass bloßes Anstrengen reicht; nötig sind auch wirksame Methoden und Unterstützung (testeffekt-und-abrufueben).
  • Falsches Wachstumsdenken: Dweck selbst warnte davor, nur Fleiß zu loben, wenn die Strategie nicht funktioniert.
  • Umgang mit Fehlern: Eine Lernumgebung, in der Fehler besprochen statt bestraft werden, passt gut zu diesem Denken (fehlerkultur-und-umgang-mit-misserfolg).
  • Verwandtes Konzept: Eng verwandt ist die Selbstwirksamkeit, das Zutrauen in das eigene Können bei konkreten Aufgaben (selbstwirksamkeit).