Melatonin und die Zirbeldrüse
Kurz: Melatonin ist ein Hormon, das die Zirbeldrüse im Gehirn vor allem nachts ausschüttet und den Schlaf-Wach-Rhythmus steuert. Licht hemmt die Produktion, Dunkelheit fördert sie.
Genauer: Die Zirbeldrüse, ein kleines, erbsenförmiges Organ tief im Gehirn, erhält über einen komplexen Nervenweg Informationen über die Helligkeit aus der Netzhaut des Auges.
Im Detail
- Tagesrhythmus: Die Melatoninkonzentration im Blut steigt am Abend an, erreicht nachts ihren Höhepunkt und sinkt am Morgen wieder.
- Lichtempfindlichkeit: Besonders blaues Licht von Bildschirmen hemmt die Melatoninproduktion stark, was das Einschlafen erschweren kann.
- Innere Uhr: Melatonin ist eng mit dem circadianen Rhythmus verknüpft, der von einer Hirnregion namens suprachiasmatischer Kern koordiniert wird (nervensystem-aufbau-und-funktion).
- Jetlag: Nach Zeitzonenwechseln braucht die Melatoninausschüttung einige Tage, um sich an den neuen Hell-Dunkel-Rhythmus anzupassen.
- Saisonale Schwankungen: Im Winter mit kürzeren Tagen wird oft mehr Melatonin produziert, was bei manchen Menschen zu stärkerer Müdigkeit beiträgt.
- Melatonin als Ergänzungsmittel: Niedrig dosierte Präparate werden teils zur Unterstützung des Schlafs eingesetzt, sollten aber mit ärztlichem Rat verwendet werden.
- Alterung: Die Melatoninproduktion nimmt mit zunehmendem Alter oft ab, was mit Schlafproblemen älterer Menschen in Verbindung gebracht wird (schlafzyklen-und-traumphasen).