Kehlkopf und Stimmbildung
Kurz: Der Kehlkopf sitzt am Übergang vom Rachen zur Luftröhre und erfüllt zwei Aufgaben: Er schützt die Atemwege beim Schlucken und erzeugt mit den Stimmlippen die Stimme.
Genauer: Beim Sprechen strömt Luft aus der Lunge durch die eng gestellten Stimmlippen und bringt sie zum Schwingen. Der so entstandene Grundton wird in Rachen, Mund und Nase verstärkt und von Zunge, Lippen und Gaumen zu Lauten geformt.
Im Detail
- Aufbau: Der Kehlkopf besteht aus mehreren Knorpeln, die durch Bänder und Muskeln verbunden sind; der größte ist der Schildknorpel, dessen Vorsprung als Adamsapfel tastbar sein kann.
- Kehldeckel: Beim Schlucken klappt der Kehldeckel über den Eingang des Kehlkopfs, damit Speisen und Getränke in die Speiseröhre und nicht in die Luftröhre gelangen (verdauungssystem-vom-mund-bis-zum-darm).
- Husten als Schutz: Gerät doch etwas in den Kehlkopf, löst das einen kräftigen Hustenreflex aus, der den Fremdkörper wieder hinausbefördern soll (verschlucken-und-heimlich-griff).
- Stimmlippen: Die beiden Stimmlippen liegen beim Atmen weit geöffnet, beim Sprechen werden sie aneinandergeführt und durch den Luftstrom in schnelle Schwingungen versetzt.
- Tonhöhe: Je straffer und dünner die Stimmlippen gespannt sind, desto schneller schwingen sie und desto höher klingt der Ton.
- Lautstärke: Ein stärkerer Luftstrom aus der Lunge macht die Stimme lauter, deshalb hängen Sprechen und Atmung eng zusammen (atmung-und-lunge).
- Klang und Laute: Rachen, Mundhöhle und Nasenräume wirken als Resonanzräume und geben jeder Stimme ihren eigenen Klang, während Zunge, Lippen und Zähne die einzelnen Laute formen.
- Stimmbruch: In der Pubertät wächst der Kehlkopf, bei Jungen meist deutlich stärker; die Stimmlippen werden länger, und die Stimme wird tiefer.
- Flüstern und Heiserkeit: Beim Flüstern schwingen die Stimmlippen nicht, die Laute entstehen nur durch Luftgeräusche; eine Heiserkeit, die länger als einige Wochen anhält, sollte ärztlich untersucht werden.