Überfischung der Meere
Kurz: Überfischung bezeichnet den Fang von Fischbeständen in einem Ausmaß, das ihre natürliche Fortpflanzung und Erholung übersteigt, wodurch Populationen langfristig schrumpfen. Sie zählt zu den größten Bedrohungen für marine Ökosysteme weltweit.
Genauer: Wenn mehr Fische entnommen werden, als nachwachsen können, sinkt der Bestand kontinuierlich, bis die Fischerei selbst unwirtschaftlich wird.
Im Detail
- Globale Ausmaße: Ein erheblicher Teil der weltweit kommerziell genutzten Fischbestände gilt laut internationalen Bewertungen als überfischt oder bis an die Grenze ausgereizt.
- Beifang: Unselektive Fangmethoden führen oft dazu, dass neben Zielarten auch viele andere Meerestiere unbeabsichtigt gefangen und meist getötet werden.
- Zerstörerische Fangmethoden: Grundschleppnetze zerstören zusätzlich empfindliche Lebensräume wie Korallenriffe und den Meeresboden.
- Ökosystemfolgen: Der Rückgang einzelner Fischarten kann ganze Nahrungsnetze aus dem Gleichgewicht bringen und weitere Arten in Bedrängnis bringen.
- Illegale Fischerei: Nicht gemeldete und unregulierte Fischerei erschwert Bestandsschätzungen und untergräbt Schutzmaßnahmen erheblich.
- Nachhaltige Fischerei: Fangquoten, Schonzeiten und Zertifizierungssysteme wie das MSC-Siegel sollen nachhaltigere Fischereipraktiken fördern.
- Verbraucherverhalten: Bewusste Kaufentscheidungen und die Beachtung von Nachhaltigkeitssiegeln können indirekt zur Entlastung überfischter Bestände beitragen (plastikmuell-vermeiden-im-alltag, ozeanversauerung-grundlagen).