Gedichtformen und Versmaße
Kurz: Gedichte sind meist in Verse und Strophen gegliedert und folgen oft einem bestimmten Rhythmus und Reimschema. Diese Gestaltung unterscheidet Lyrik von gewöhnlicher Prosa.
Genauer: Im Deutschen entsteht der Rhythmus vor allem durch den Wechsel von betonten und unbetonten Silben. Daneben gibt es feste Gedichtformen mit eigenen Regeln, aber auch freie Verse ohne festes Metrum und ohne Reim.
Im Detail
- Vers und Strophe: Ein Vers ist eine Gedichtzeile, mehrere Verse bilden zusammen eine Strophe.
- Reimschemata: Beim Paarreim reimen sich zwei aufeinanderfolgende Verse (aabb), beim Kreuzreim jeder zweite (abab) und beim umarmenden Reim umschließt ein Reimpaar ein anderes (abba).
- Jambus und Trochäus: Der Jambus folgt dem Muster unbetont–betont, der Trochäus dem Muster betont–unbetont; beide sind im Deutschen sehr verbreitet.
- Daktylus und Anapäst: Diese dreisilbigen Versfüße bestehen aus betont–unbetont–unbetont beziehungsweise unbetont–unbetont–betont und wirken oft schwungvoll.
- Sonett: Die klassische Form hat 14 Verse, meist gegliedert in zwei vierzeilige Quartette und zwei dreizeilige Terzette, und war unter anderem in Renaissance und Barock sehr beliebt.
- Ballade: Eine Ballade erzählt in Gedichtform eine meist spannende oder dramatische Geschichte und verbindet damit Lyrik, Erzählung und Drama.
- Haiku: Die japanische Kurzform besteht traditionell aus drei Teilen mit fünf, sieben und fünf Lauteinheiten und hält oft einen Natureindruck fest.
- Freie Verse: Seit dem späten 19. und besonders im 20. Jahrhundert verzichten viele Dichterinnen und Dichter auf Reim und festes Metrum und gestalten den Rhythmus frei.
- Gedichte analysieren: Wer Form, Klang und Bilder eines Gedichts gemeinsam betrachtet, erkennt, wie Gestaltung und Inhalt zusammenwirken (stilmittel-und-rhetorische-figuren, phonetik-und-lautschrift).