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Pascals Wette

Kurz: Pascals Wette ist ein Argument des französischen Mathematikers und Philosophen Blaise Pascal aus dem 17. Jahrhundert. Es behauptet, dass es vernünftig sei, auf die Existenz Gottes zu setzen, weil man dabei wenig verlieren, aber unendlich viel gewinnen könne.

Genauer: Das Argument will nicht beweisen, dass Gott existiert. Es ist eine Überlegung zur Entscheidung unter Unsicherheit und gilt als frühes Beispiel für Denken im Sinne der Entscheidungstheorie.

Im Detail

  • Herkunft: Die Überlegung steht in Pascals „Pensées“ (Gedanken), einer Sammlung von Notizen, die erst nach seinem Tod veröffentlicht wurde.
  • Die vier Fälle: Wer glaubt und Gott existiert, gewinnt alles; wer glaubt und Gott existiert nicht, verliert wenig; wer nicht glaubt und Gott existiert, verliert alles; wer nicht glaubt und Gott existiert nicht, gewinnt wenig.
  • Die Logik dahinter: Weil ein unendlicher Gewinn jeden endlichen Einsatz überwiegt, erscheint der Glaube nach dieser Rechnung selbst bei geringer Wahrscheinlichkeit als die bessere Wahl.
  • Erwartungswert: Pascal arbeitete auch an den Grundlagen der Wahrscheinlichkeitsrechnung, und die Wette nutzt im Kern die Idee, Gewinn und Wahrscheinlichkeit miteinander abzuwägen.
  • Einwand der vielen Götter: Kritiker weisen darauf hin, dass es viele Religionen mit unterschiedlichen Göttern gibt, sodass unklar bleibt, auf welchen man eigentlich wetten sollte.
  • Glauben auf Befehl: Ein weiterer Einwand lautet, dass man sich nicht einfach entscheiden kann, etwas zu glauben; Pascal schlug vor, religiöse Praxis zu leben, damit der Glaube mit der Zeit entsteht.
  • Ehrlichkeit des Glaubens: Manche fragen, ob ein Glaube, der aus einer Nutzenrechnung entsteht, überhaupt im religiösen Sinn wertvoll wäre.
  • Rechnen mit Unendlichkeit: Philosophen diskutieren außerdem, ob man unendliche Werte überhaupt sinnvoll in solche Abwägungen einsetzen kann.
  • Bedeutung heute: Die Wette wird bis heute in Philosophie, Religionsphilosophie und Entscheidungstheorie diskutiert, unabhängig davon, ob man ihr zustimmt (logik-grundlagen-schluesse, erkenntnistheorie-wissen-und-glauben, trugschluesse-erkennen).