Komparativer Vorteil im Außenhandel
Kurz: Der komparative Vorteil besagt, dass es sich für Länder lohnt, sich auf die Produktion zu spezialisieren, bei der sie im Vergleich zu anderen Gütern relativ am effizientesten sind, selbst wenn ein anderes Land in allem absolut produktiver ist. Durch anschließenden Handel profitieren beide Seiten.
Genauer: Entscheidend ist nicht die absolute Produktivität, sondern die Opportunitätskosten, also wie viel von einem Gut aufgegeben werden muss, um ein anderes herzustellen.
Im Detail
- Absoluter vs. komparativer Vorteil: Ein Land kann bei allen Gütern produktiver sein und trotzdem vom Handel profitieren, wenn es sich auf seine relativ stärksten Bereiche konzentriert.
- Opportunitätskosten: Sie zeigen, wie viel Produktion eines Gutes verloren geht, wenn Ressourcen stattdessen für ein anderes Gut eingesetzt werden.
- Spezialisierung und Handel: Wenn jedes Land sich auf seinen komparativen Vorteil konzentriert und dann handelt, steigt die weltweite Gesamtproduktion.
- David Ricardo: Das Konzept wurde im frühen 19. Jahrhundert vom Ökonomen David Ricardo entwickelt, um die Vorteile des Freihandels zu erklären (freihandel-und-zoelle).
- Beispiel: Selbst wenn ein Land sowohl Wein als auch Tuch effizienter herstellen kann, lohnt sich Handel, wenn es sich auf das Gut mit dem größeren relativen Vorteil konzentriert.
- Grenzen des Modells: Reale Handelsentscheidungen werden auch von Transportkosten, politischen Interessen und Arbeitsmarktfolgen beeinflusst.
- Globalisierung: Der komparative Vorteil ist eine zentrale theoretische Grundlage für die zunehmende internationale Arbeitsteilung (globalisierung-grundlagen).