Kaufkraftparität: Grundlagen
Kurz: Die Kaufkraftparität beschreibt die Idee, dass man mit einem bestimmten Geldbetrag nach Umrechnung in eine andere Währung überall gleich viele Waren kaufen können sollte. Sie wird genutzt, um Einkommen und Wirtschaftsleistung zwischen Ländern fairer zu vergleichen.
Genauer: In der Realität weichen Marktwechselkurse oft deutlich von der Kaufkraftparität ab, weil viele Güter nicht international gehandelt werden und Preise lokal sehr unterschiedlich sind. Daher rechnen internationale Organisationen mit eigenen Kaufkraftparitäten.
Im Detail
- Gesetz des einheitlichen Preises: Grundlage ist die Annahme, dass ein identisches handelbares Gut ohne Handelshemmnisse und Transportkosten überall gleich viel kosten müsste.
- Absolute und relative Form: Die absolute Form vergleicht Preisniveaus direkt, die relative Form besagt, dass sich Wechselkurse langfristig entsprechend den Inflationsunterschieden zwischen Ländern verändern.
- Warenkorb: Für Vergleiche werden die Preise eines umfangreichen, möglichst vergleichbaren Warenkorbs in verschiedenen Ländern erhoben.
- Big-Mac-Index: Die Zeitschrift The Economist vergleicht seit Jahrzehnten die Preise eines bekannten Burgers als vereinfachte, eher spielerische Veranschaulichung des Prinzips.
- Nicht handelbare Güter: Dienstleistungen wie Friseurbesuche oder Mieten sind in Ländern mit niedrigem Lohnniveau meist günstiger, weshalb dort das Preisniveau oft insgesamt niedriger ist.
- BIP-Vergleiche: Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in Kaufkraftstandards zeigt besser, welchen Lebensstandard das Einkommen tatsächlich ermöglicht, als ein Vergleich zu Marktwechselkursen.
- Grenzen: Unterschiede in Qualität, Konsumgewohnheiten und Steuern erschweren die Berechnung, sodass Kaufkraftparitäten immer Schätzungen sind.
- Wechselkursprognosen: Kurzfristig erklärt die Kaufkraftparität Wechselkursbewegungen kaum; als langfristiger Anhaltspunkt wird sie in der Forschung jedoch häufig herangezogen (wechselkurse-und-devisenmarkt, bruttoinlandsprodukt-bip).