Klassische und operante Konditionierung
Kurz: Konditionierung ist Lernen durch Verknüpfung. Bei der klassischen Konditionierung verbindet man einen Reiz mit einer automatischen Reaktion, bei der operanten Konditionierung lernt man aus den Folgen des eigenen Verhaltens.
Genauer: Die klassische Konditionierung geht auf den russischen Physiologen Iwan Pawlow zurück, die operante vor allem auf den US-Psychologen B. F. Skinner. Beide Formen erklären viele alltägliche Gewohnheiten, Vorlieben und Ängste, aber nicht das ganze menschliche Lernen.
Im Detail
- Pawlows Hunde: Hunde, bei denen vor dem Futter regelmäßig ein Signalton erklang, begannen schließlich schon beim Ton allein Speichel zu bilden.
- Im Alltag: Der Klingelton des Handys löst Spannung aus, ein bestimmter Duft weckt Erinnerungen an den Urlaub; auch Ängste können so entstehen.
- Operantes Lernen: Verhalten, auf das angenehme Folgen kommen, wird häufiger; Verhalten mit unangenehmen Folgen wird seltener.
- Positive Verstärkung: Etwas Angenehmes kommt hinzu, etwa Lob oder eine Belohnung.
- Negative Verstärkung: Etwas Unangenehmes fällt weg, etwa wenn das Anschnallen den Warnton im Auto beendet; das ist keine Strafe, auch wenn es oft verwechselt wird.
- Strafe: Eine unangenehme Folge oder der Entzug von etwas Angenehmem soll Verhalten verringern; sie zeigt aber nicht, was man stattdessen tun soll.
- Löschung: Bleiben Verstärkung oder Signalverknüpfung dauerhaft aus, schwächt sich das gelernte Verhalten meist ab.
- Gewohnheiten gestalten: Kleine Belohnungen direkt nach einem neuen Verhalten helfen, es zu festigen (gewohnheiten-aendern-und-aufbauen, motivation-intrinsisch-und-extrinsisch).
- Grenzen: Menschen lernen auch durch Beobachten, Nachdenken und Verstehen; zudem gelten frühe Versuche wie das „Little Albert“-Experiment heute als ethisch unvertretbar.