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Der Dreißigjährige Krieg

Kurz: Der Dreißigjährige Krieg (1618–1648) war eine Folge von Kriegen, die vor allem auf dem Gebiet des Heiligen Römischen Reiches ausgetragen wurden. Er begann als Konflikt zwischen katholischen und protestantischen Ständen und wurde zu einem europäischen Machtkampf.

Genauer: Neben religiösen Gegensätzen ging es um die Macht des Kaisers gegenüber den Fürsten und um die Vorherrschaft in Europa. Der Westfälische Friede von 1648 beendete den Krieg und ordnete Mitteleuropa neu.

Im Detail

  • Auslöser: Beim Prager Fenstersturz 1618 warfen protestantische böhmische Adlige kaiserliche Statthalter aus einem Fenster der Prager Burg. Daraus entwickelte sich ein Aufstand gegen die Habsburger.
  • Hintergrund: Seit der Reformation war das Reich konfessionell gespalten. Der Augsburger Religionsfriede von 1555 hatte viele Streitfragen nicht dauerhaft gelöst.
  • Phasen: Historiker unterscheiden meist mehrere Abschnitte: den böhmisch-pfälzischen, den dänisch-niedersächsischen, den schwedischen und den schwedisch-französischen Krieg.
  • Wichtige Personen: Der kaiserliche Feldherr Wallenstein und der schwedische König Gustav II. Adolf prägten den Krieg. Gustav Adolf fiel 1632 bei Lützen, Wallenstein wurde 1634 ermordet.
  • Machtpolitik: Das katholische Frankreich unterstützte die protestantische Seite gegen die Habsburger. Das zeigt, dass Machtinteressen oft wichtiger waren als die Konfession.
  • Leid der Bevölkerung: Plünderungen, Hunger und Seuchen trafen die Zivilbevölkerung schwer. Die Zerstörung Magdeburgs 1631 wurde zum Sinnbild der Grausamkeit.
  • Bevölkerungsverluste: In manchen Regionen Deutschlands starb ein großer Teil der Menschen, andere Gebiete blieben weitgehend verschont. Genaue Zahlen sind unsicher.
  • Westfälischer Friede: Die Verträge von Münster und Osnabrück 1648 erkannten neben Katholiken und Lutheranern auch die Reformierten an und stärkten die Landesfürsten.
  • Folgen: Die Unabhängigkeit der Niederlande und der Eidgenossenschaft wurde bestätigt. Der Friede gilt als wichtiger Schritt zu einer Ordnung souveräner Staaten in Europa (buchdruck-und-reformation, renaissance-und-humanismus).