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Anomalie-Erkennung

Kurz: Anomalie-Erkennung findet Daten, die nicht zum Normalen passen: Betrug, Defekte, Einbrüche im Netzwerk. Meist gibt es kaum Beispiele für das Abweichende, deshalb lernt man das Normale und sucht das Ungewöhnliche.

Warum nicht einfach Klassifikation?

Anomalien sind selten (oft unter 1 %) und ständig neu. Ein Klassifikator braucht viele beschriftete Beispiele jeder Klasse. Bei Anomalien hat man sie nicht.

Verfahren

  1. Statistik: Werte weit weg vom Mittelwert (zum Beispiel mehr als 3 Standardabweichungen) oder außerhalb der Quartilsgrenzen gelten als auffällig. Einfach, aber nur für einzelne Größen.
  2. Isolation Forest: Zufällige Bäume teilen die Daten. Ungewöhnliche Punkte sind schon nach wenigen Schnitten isoliert, normale brauchen viele. Kurze Pfade = verdächtig.
  3. Abstand und Dichte: Punkte, die weit von ihren Nachbarn liegen (k-Nächste-Nachbarn, LOF), siehe k-Nearest-Neighbors, k-Means und Clustering.
  4. Rekonstruktion: Ein Autoencoder wird nur auf normalen Daten trainiert. Bei Anomalien ist der Rekonstruktionsfehler hoch.
  5. Zeitreihen: Abweichung von der Prognose, siehe Zeitreihen und Prognosen mit KI.

Auf die Bewertung kommt es an

Wegen der Seltenheit täuscht die Genauigkeit: 99 % „alles normal“ ist 99 % richtig und nutzlos. Besser sind Precision und Recall (Metriken: Genauigkeit, Precision, Recall und F1). Und jeder Alarm kostet Aufmerksamkeit, deshalb ist die Schwelle eine Geschäftsentscheidung.

Siehe auch: Daten, Merkmale und Labels