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fstab und mount: Laufwerke ins Dateisystem einbinden

Kurz: Unter Linux werden Datenträger an einen Ordner „angehängt“ (gemountet); die Datei /etc/fstab legt fest, was beim Start automatisch eingebunden wird.

Genauer: Linux kennt keine Laufwerksbuchstaben. Es gibt einen einzigen Verzeichnisbaum ab /. Weitere Partitionen, USB-Sticks oder Netzlaufwerke werden an einem Einhängepunkt (Mount Point), also einem leeren Ordner, sichtbar gemacht. Danach erscheinen ihre Dateien unter diesem Pfad.

Im Detail

mount und umount

lsblk -f                      # Datenträger und Dateisysteme zeigen
sudo mount /dev/sdb1 /mnt/daten
sudo mount -o ro /dev/sdb1 /mnt/daten   # nur lesend
sudo umount /mnt/daten        # sauber aushängen (nicht "unmount")

Vor dem Abziehen eines Datenträgers immer aushängen, damit alle Schreibvorgänge abgeschlossen sind. Ist er „busy“, zeigt lsof +f -- /mnt/daten die offenen Dateien.

Die Datei /etc/fstab

Jede Zeile beschreibt ein Dateisystem für den Start:

UUID=3f5c-... /          ext4   defaults,noatime  0 1
UUID=A1B2-... /boot/efi  vfat   umask=0077       0 2
UUID=9d7e-... /daten     ext4   defaults          0 2
//nas/freigabe /nas cifs credentials=/root/.smb,uid=1000 0 0

Spalten: Gerät (besser UUID statt /dev/sdb1, weil sich Namen ändern können), Einhängepunkt, Dateisystem, Optionen, Dump (meist 0), Prüfreihenfolge (fsck: 1 für Root, 2 für andere, 0 aus).

Wichtige Optionen

noatime spart Schreibvorgänge, ro/rw (lesen/schreiben), noexec verbietet Programmstarts, nosuid, nodev erhöhen die Sicherheit (zum Beispiel für /tmp), nofail verhindert, dass ein fehlendes Laufwerk den Start blockiert, x-systemd.automount hängt erst beim Zugriff ein.

Fallen

Ein Fehler in /etc/fstab kann dazu führen, dass das System im Notfallmodus landet. Nach Änderungen mit sudo mount -a testen, bevor man neu startet. Die UUID liefert blkid. Wechseldatenträger auf dem Desktop werden meist automatisch von udisks unter /run/media/benutzer/ eingehängt. Mit findmnt sieht man alle aktuellen Einhängepunkte.

Siehe auch: Dateisystem-Hierarchie (FHS), Linux-Dateisysteme, Partitionen, LVM und LUKS