MIDI und digitale Audio-Workstation: Musik am Computer machen
Kurz: MIDI überträgt Noten und Steuerbefehle statt Klang; in einer Audio-Workstation (DAW) werden damit virtuelle Instrumente gespielt, Audio aufgenommen, gemischt und zu Songs verarbeitet.
Genauer: Wer Musik am Computer produziert, nutzt zwei Datenarten: Audio (aufgenommener Klang, Wellenform) und MIDI (Musical Instrument Digital Interface, seit 1983): reine Anweisungen wie „Note C4 anschlagen, Stärke 90, Länge 1 Schlag“.
Im Detail
MIDI verstehen
Eine MIDI-Datei enthält keinen Klang, sondern Ereignisse: Note an/aus, Tonhöhe, Anschlagstärke (Velocity), Regler (Lautstärke, Vibrato, Pedal), Programmwechsel (Instrument), Tempo. Vorteile: winzige Dateien, nachträglich änderbar (Noten verschieben, Tempo, Tonart ändern), beliebiges Instrument zuweisbar. Ein MIDI-Keyboard sendet Noten an Computer oder Synthesizer; MPE und MIDI 2.0 erweitern das (pro Note Expression).
Die DAW
Eine Digital Audio Workstation ist die „Studiosoftware“: Spuren für Audio und MIDI, Timeline, Piano Roll (Noten zeichnen), Mixer (Lautstärke, Panorama, Effekte), virtuelle Instrumente (VST/AU/CLAP), Effekte (EQ, Kompressor, Hall), Automation, Export als WAV/MP3. Beispiele: Ableton Live, FL Studio, Logic Pro (Mac), Reaper, Cubase, Bitwig, kostenlos GarageBand (Mac/iOS), LMMS, Ardour, Cakewalk, BandLab (Browser).
Ein einfacher Ablauf
- Tempo und Tonart wählen, Drumspur (Kick, Snare, Hi-Hat) per Pattern programmieren.
- Bass und Akkorde als MIDI schreiben (Akkordfolgen wie I–V–vi–IV).
- Melodie einspielen oder zeichnen, quantisieren (auf Raster ziehen).
- Audio aufnehmen (Gesang, Gitarre) mit Audio-Interface und Mikrofon.
- Mischen: Pegel, EQ, Kompression, Raumeffekte, Panorama.
- Mastering: Gesamtlautheit, Klang, Export. Wichtig ist Latenz: Mit ASIO (Windows) oder Core Audio (Mac) und kleinem Puffer spielt das Instrument ohne spürbare Verzögerung.
Tipps und Rechtliches
Beginne mit Loops und Vorlagen, höre Referenzsongs, mische bei moderater Lautstärke (Gehör schonen). Samples und Loops nur mit passender Lizenz (Royalty-free, CC0). Cover/Remixe brauchen oft Rechte (GEMA, Mechanische Lizenz). Veröffentlichung über Distributoren (DistroKid, TuneCore) und Verwertungsgesellschaften: Rechte klären. Mit Browser-Studios (zum Beispiel das Studio auf dieser Website) lassen sich erste Beats ohne Installation bauen.
Siehe auch: Audioformate, Mikrofon, Urheberrecht