Fotografie-Grundlagen: Belichtungsdreieck, RAW und JPEG
Kurz: Die Belichtung eines Fotos hängt von Blende, Belichtungszeit und ISO ab; RAW speichert alle Sensordaten für spätere Bearbeitung, JPEG ein fertig verarbeitetes Bild.
Genauer: Egal ob Smartphone oder Spiegelreflexkamera: Fotos entstehen durch Licht, das auf einen Sensor fällt. Drei Stellgrößen steuern, wie viel Licht ankommt und wie das Bild wirkt.
Im Detail
Das Belichtungsdreieck
- Blende (f-Zahl, zum Beispiel f/1.8, f/8): Öffnung des Objektivs. Kleine Zahl = große Öffnung = viel Licht, geringe Schärfentiefe (Hintergrund unscharf, Porträts). Große Zahl = wenig Licht, große Schärfentiefe (Landschaft).
- Belichtungszeit (1/1000 s, 1/60 s, 2 s): Wie lange der Sensor Licht sammelt. Kurz = Bewegung eingefroren (Sport); lang = Bewegungsunschärfe, braucht Stativ; Faustregel gegen Verwackeln: Zeit ≈ 1 / Brennweite.
- ISO (100, 400, 1600 …): Empfindlichkeit/Verstärkung. Niedrig = sauber; hoch = heller, aber Bildrauschen. Verändert man einen Wert, muss man einen anderen ausgleichen: verdoppeltes Licht = „eine Blendenstufe“.
Weitere Grundlagen
- Brennweite (Weitwinkel, Normal, Tele): Bildausschnitt und Perspektive.
- Weißabgleich: Farbtemperatur (Tageslicht, Kunstlicht), sonst Farbstich.
- Fokus (Autofokus, Fokusfeld), Bildgestaltung: Drittelregel, Linien, Rahmen, Vordergrund, Licht (weiches Licht am Morgen/Abend, „goldene Stunde”).
- Smartphones rechnen viel (HDR, Nachtmodus) und kombinieren mehrere Aufnahmen.
RAW oder JPEG?
- JPEG: Die Kamera verarbeitet das Bild (Schärfe, Farbe, Kontrast) und komprimiert verlustbehaftet; fertig, klein, wenig Spielraum für Korrekturen.
- RAW: Rohdaten des Sensors (mehr Dynamik, 12 bis 14 Bit); riesig, muss entwickelt werden (Lightroom, Darktable, RawTherapee, Capture One), erlaubt starke Korrektur von Belichtung, Weißabgleich, Schatten/Lichtern ohne Qualitätsverlust. Beides parallel speichern ist üblich. Bildformate wie HEIC/DNG gibt es auf Smartphones.
Tipps und Rechte
Übe mit Halbautomatik (Blendenpriorität A/Av, Zeitpriorität S/Tv), schaue dir Histogramm an, fotografiere viel und sortiere aus. Datensicherung (Backup 3-2-1) für wertvolle Fotos. Recht am eigenen Bild: Personen nur mit Einwilligung veröffentlichen; Kinder besonders sensibel; Standortdaten (EXIF) vor dem Teilen entfernen. Urheberrecht: Deine Fotos gehören dir, fremde nur mit Lizenz.
Siehe auch: Raster- und Vektorgrafik, JPEG, Recht am eigenen Bild, Backup-Strategie