Dispokredit und Überziehungszinsen
Kurz: Der Dispo erlaubt, das Girokonto bis zu einem vereinbarten Betrag ins Minus zu führen, ist aber meist sehr teuer und eignet sich nur für kurze Engpässe.
Genauer: Der Dispositionskredit („Dispo“) ist ein Überziehungsrahmen auf dem Girokonto. Rutscht das Konto ins Minus, wird dieser Betrag automatisch als Kredit gewährt, ohne dass man etwas beantragen muss. Er ist bequem, aber die Zinsen liegen oft zweistellig und damit deutlich über anderen Krediten.
Im Detail
Dispo und geduldete Überziehung
Bis zur vereinbarten Grenze gilt der Dispozins. Wer darüber hinaus überzieht, befindet sich in der geduldeten Überziehung, die noch teurer sein kann. Die Bank darf Zahlungen dann auch ablehnen, und Lastschriften können platzen (Rücklastschriftgebühren, Mahnungen).
Beispielrechnung
Bei 12 % Zinsen kostet ein durchschnittliches Minus von 500 € über ein Jahr etwa 60 € Zinsen. Bei 3 Monaten Dauer sind es etwa 15 €. Die Faustformel: Zinsen = Betrag × Zinssatz × Tage / 360 (im Bankwesen meist 360 Tage). Wer dauerhaft im Dispo steckt, zahlt viel für Geld, das er nie zurückbekommt.
Was Verbraucher wissen sollten
Die Bank muss Zinssatz, Dispo-Höhe und Kosten im Vertrag nennen. Ab einer längeren Inanspruchnahme (etwa dauerhaft über 75 % des Rahmens) muss sie in Deutschland ein Gespräch und alternative Angebote wie einen günstigeren Ratenkredit anbieten. Für Minderjährige und Azubis wird der Dispo oft gar nicht eingerichtet oder ist kleiner.
Alternativen
- Notgroschen aufbauen, damit kein Minus nötig ist.
- Zahlungen vorher mit dem Haushaltsbuch planen.
- Bei einmaligem Bedarf einen Ratenkredit mit niedrigerem Zins prüfen.
- Bei Rückständen früh mit Bank oder Gläubigern sprechen und eine Schuldnerberatung nutzen (kostenlos bei Wohlfahrtsverbänden).
- Vorsicht bei „Sofortgeld“-Angeboten und sehr teuren Kurzzeitkrediten.
Siehe auch: Notgroschen, Haushaltsbuch, 50-30-20-Regel, Zinseszins