AAAA-Eintrag
Kurz: Ein DNS-Eintragstyp, der einen Domainnamen direkt auf eine IPv6-Adresse abbildet — das IPv6-Gegenstück zum A-Eintrag.
Genauer: Der Name “AAAA” ist kein Tippfehler: Eine IPv6-Adresse ist viermal so lang wie eine IPv4-Adresse (128 statt 32 Bit), daher vervierfachtes “A”. Eine Domain kann gleichzeitig einen A- und einen AAAA-Eintrag besitzen, damit sowohl IPv4- als auch IPv6-fähige Clients sie erreichen (“Dual-Stack”).
Im Detail
Aufbau
Der Aufbau folgt exakt dem des A-Eintrags, nur mit einer IPv6-Adresse als Wert:
emzett-digital.com. 3600 IN AAAA 2606:4700:3033::6815:1515
IPv6-Adressen werden in acht Gruppen von je vier Hexadezimalzeichen geschrieben, durch Doppelpunkte getrennt. Eine oder mehrere aufeinanderfolgende Nullgruppen dürfen einmal pro Adresse zu :: zusammengefasst werden (im Beispiel oben ersetzt :: mehrere Nullgruppen in der Mitte) — das macht die ohnehin schon langen Adressen etwas kompakter, bleibt für Menschen aber trotzdem deutlich schwerer zu merken als eine IPv4-Adresse.
Dual-Stack-Betrieb
In der Praxis existieren A- und AAAA-Eintrag oft parallel für dieselbe Domain (“Dual-Stack”). Ein Client, der IPv6 unterstützt, bevorzugt dann meist automatisch den AAAA-Eintrag (moderne Betriebssysteme nutzen dafür einen Mechanismus namens “Happy Eyeballs”, der beide Verbindungswege quasi-parallel versucht und den schnelleren nimmt), ältere oder reine IPv4-Netzwerke fallen auf den A-Eintrag zurück. Das erlaubt einen schrittweisen Umstieg auf IPv6, ohne bestehende IPv4-Clients auszuschließen — ein zentraler Grund, warum trotz der seit Jahrzehnten absehbaren und mittlerweile eingetretenen IPv4-Adressknappheit beide Welten weiterhin über Jahre hinweg parallel betrieben werden mussten und teils noch werden.
Warum der Umstieg so lange dauert
IPv6 wurde bereits 1998 standardisiert, doch die tatsächliche Verbreitung blieb jahrzehntelang gering — ein klassisches Henne-Ei-Problem: Internetanbieter hatten wenig Anreiz, IPv6 auszurollen, solange kaum Websites es anboten, und Website-Betreiber sahen wenig Dringlichkeit, solange kaum Nutzer es hatten. Erst die zunehmende IPv4-Knappheit (freie IPv4-Adressblöcke bei den Regional Internet Registries sind inzwischen praktisch aufgebraucht) und der wachsende Bedarf an Adressen durch IoT-Geräte haben den Druck erhöht. Heute unterstützt ein erheblicher, aber immer noch nicht vollständiger Teil des weltweiten Traffics IPv6 nativ — Dual-Stack bleibt deshalb für absehbare Zeit die Standardkonfiguration für praktisch jede öffentlich erreichbare Website.
Fallback-Verhalten
Fehlt der AAAA-Eintrag komplett, versucht ein IPv6-fähiger Client automatisch den A-Eintrag über IPv4 — das kostet minimal Zeit (ein zusätzlicher gescheiterter Verbindungsversuch auf IPv6, bevor auf IPv4 zurückgefallen wird), ist aber kein harter Fehler. Umgekehrt gilt: Existiert nur ein AAAA-Eintrag ohne A-Eintrag, ist die Domain für reine IPv4-Clients (die es besonders in älteren Firmennetzwerken oder bestimmten Ländern noch häufig gibt) schlicht nicht erreichbar — ein Grund, warum reines IPv6-only-Hosting für öffentliche Websites in der Praxis noch selten ist.
Siehe auch: A-Eintrag, DNS-Einträge, IPv6