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Virtuelle Maschinen mit VirtualBox und Hyper-V einrichten

Kurz: Eine virtuelle Maschine ist ein komplett simulierter Computer im Fenster: ideal zum Ausprobieren von Linux, für Netzwerk-Übungen und zum gefahrlosen Testen von Software.

Genauer: Mit VirtualBox, VMware Workstation Player, Hyper-V (Windows Pro) oder KVM/virt-manager (Linux) lässt sich ein zweites Betriebssystem sicher neben dem eigenen betreiben. Fehler bleiben in der VM.

Im Detail

Vorbereiten

  • CPU-Virtualisierung im BIOS/UEFI aktivieren (Intel VT-x, AMD-V/SVM).
  • Genug RAM (Host ≥ 8 GB, VM 2 bis 4 GB) und Platz (20 bis 50 GB).
  • ISO des Systems laden (Prüfsumme vergleichen).
  • Hinweis: Hyper-V und VirtualBox/VMware können sich um die Virtualisierungsfunktion streiten; neuere Versionen laufen oft parallel über die Windows-Hypervisor-Plattform, aber langsamer.

VM erstellen (VirtualBox)

  1. Neu → Name, ISO, Typ/Version.
  2. RAM und CPU-Kerne (halb so viele wie der Host).
  3. Virtuelle Festplatte (VDI, dynamisch).
  4. Starten, Installation wie auf echter Hardware.
  5. Gasterweiterungen installieren (Auflösung, Zwischenablage, gemeinsame Ordner).
  6. Snapshot vor riskanten Experimenten anlegen und bei Problemen zurücksetzen. Bei Windows 11 sind TPM 2.0/Secure Boot nötig (Hyper-V Generation 2, VirtualBox 7 mit TPM-Option).

Netzwerkmodi

  • NAT: VM kommt ins Internet, ist von außen nicht erreichbar (Standard).
  • NAT-Netzwerk: mehrere VMs sehen sich untereinander.
  • Netzwerkbrücke (Bridged): VM hängt wie ein eigener Rechner im LAN (eigene IP).
  • Host-only: nur Host ↔ VM.
  • Internes Netzwerk: nur VMs untereinander (Firewall-/Angriffs-Übungen). Zum Üben von Subnetting, Routing, DHCP, Firewalls lässt sich ein ganzes Labornetz aus VMs bauen (pfSense/OPNsense als Router).

Tipps und Grenzen

  • Gemeinsame Ordner und Zwischenablage bequem, aber bei Malware-Analyse abschalten.
  • Snapshots sind kein Backup; viele Snapshots verlangsamen.
  • Leistung: SSD, genug RAM, Gasterweiterungen, keine Dauer-3D-Spiele (GPU-Passthrough ist aufwendig).
  • Export/Import als OVA; Vagrant automatisiert VMs.
  • Linux-Hosts: KVM/QEMU ist schneller als VirtualBox.
  • Alternativen: WSL2 (Linux ohne eigene VM-Oberfläche), Docker (Anwendungen, keine ganzen Systeme), Live-USB.
  • Lizenz: Windows-VMs brauchen eine Lizenz; VirtualBox ist frei (Extension Pack hat eigene Lizenz).

Siehe auch: Virtualisierung, KVM und QEMU, Linux ausprobieren, Docker